Adventszeit
Das Bedürfnis nach dem Friedenslicht ist gross

Alle Jahre im Advent spendet das Friedenslicht aus Bethlehem den Menschen Hoffnung und Freude. Der Wunsch nach diesem starken Zeichen ist in diesem Jahr besonders ausgeprägt, wie der Verein Friedenslicht Schweiz weiss.

Andreas Faessler
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Seit 1986 wird das Friedenslicht aus Bethlehem in die Welt hinausgetragen, schenkt Hoffnung und verbindet Menschen aller Couleur.

Seit 1986 wird das Friedenslicht aus Bethlehem in die Welt hinausgetragen, schenkt Hoffnung und verbindet Menschen aller Couleur.

Bild: Verein Friedenslicht Schweiz, Vreni Stählin

Aus einer einfachen Idee ist eine jährliche internationale Tradition geworden: Seit 1993 kommt jeweils Mitte Dezember das Friedenslicht aus dem Heiligen Land zu uns in die Schweiz. Die an Beliebtheit exponentiell gewachsene Aktion hat ihren Ursprung beim Österreichischen Rundfunk (ORF), auf dessen Initiative hin anno 1986 in der Geburtsgrotte zu Bethlehem ein Kind ein Licht entzündet hat, welches seither im Anschluss in einer Laterne nach Wien geflogen und von dort aus in zahlreiche Länder weitertransportiert wird. Das Licht soll als starkes Zeichen des Friedens und des Miteinanders weitergeschenkt werden. Es soll Mut machen, Hoffnung bringen, verbinden und die Menschen animieren, sich für den Frieden einzusetzen. So vervielfältigt sich das Licht aus ein und derselben Quelle. Die Aktion ist konfessionell unabhängig und verfolgt keinerlei kommerzielles Interesse.

«Zusammen ein Licht anzünden und die Gemeinschaft spüren, tut uns gut», schreibt der Verein Friedenslicht Schweiz, «gerade in der Advents- und Weihnachtszeit, wo wir uns besonders nach Wärme und Zuwendung sehnen. Das Friedenslicht ist eine Generationen verbindende Tradition, die Gutes weitergeben will.» Auch heuer steht die Aktion unter dem Motto «Ein Licht, das verbindet». Patronin des Friedenslichtes ist die Stiftung «Denk an mich» (www.denkanmich.ch).

Wie sehr sich die Menschen nach Hoffnung und Zuversicht sehnen, wird 2020 besonders deutlich. «Seit das Friedenslicht in die Schweiz kommt, war der Wunsch nach diesem Zeichen noch nie so gross wie in diesem Jahr», weiss Walter Stählin, Präsident Verein Friedenslicht Schweiz. Der Grund ist naheliegend: Die aktuelle Situation bedeutet für viele Menschen eine besonders grosse emotionale Herausforderung. Dabei war es dieses Jahr nicht mal sicher, ob das Friedenslicht das Heilige Land verlassen kann, weil die Flüge von Tel Aviv nach Wien fehlten. Schliesslich fand sich ein Transportflug, welcher das Licht mitnahm. Die anfängliche Unsicherheit habe den Verein vor organisatorische Herausforderungen gestellt, so Walter Stählin weiter.

Starke symbolische Bedeutung

Diesen Sonntag kommt das Friedenslicht in die Schweiz: Es trifft – diesmal ohne öffentliche Feier – an den Stützpunkten in Luzern, Basel, Fribourg und Zürich ein und gelangt von da aus schliesslich über insgesamt 250 Orte innert Kürze zu den Menschen in allen Landes­teilen. Die Verteilung findet in diesem Jahr selbstverständlich unter strenger Achtung der Corona-Schutzmassnahmen statt, was die Symbolkraft des Friedenslichtes in keiner Weise mindert. Im Gegenteil: «Gerade in der aktuellen Situation gibt uns das Friedenslicht die Möglichkeit, Menschen untereinander zu verbinden», sagt Beat Fuchs, OK-Präsident Ankunft Friedenslicht Zentralschweiz und alt Regierungsrat aus Buochs. «Auch wenn das Licht in diesem Jahr nicht vom grossen Feuer beim KKL, sondern in über 70 Pfarreien der Zentralschweiz abgeholt werden kann.»

Das OK Luzern ist überzeugt, dass auch mit dieser Lösung alle Menschen in der Zentralschweiz Zugang zum Friedenslicht 2020 erhalten. Die Idee erscheine gerade in der heutigen Zeit von grosser symbolischer Bedeutung zu sein, betont auch Beat Fuchs. «Ein Licht als Zeichen des Friedens, das von Mensch zu Mensch weitergeschenkt wird und doch immer dasselbe Licht bleibt. Das ist doch ein Funke Hoffnung!»

Hinweis
Details zum Verein und eine Liste mit den Bezugsorten und -zeiten unter www.friedenslicht.ch