Partnervermittlung
Clowns, Christen und Co.: Auf Online-Singlebörsen findet sich für Jeden etwas

Immer mehr Menschen suchen nach der grossen Liebe auf ausgefallenen Singleplattformen. Gerade für Menschen mit speziellen Bedürfnissen bieten sich auf sogenannten «Nischenplattformen» gute Erfolgsaussichten. Das Geschäft boomt.

Erna Lang-Jonsdottir
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Clowns, Esoteriker, Hundeliebhaber, Menschen, die glutenfrei essen oder auf getunte Autos stehen – für alle gibt es spezifische Online-Singlebörsen. «Das ist eine gute Entwicklung», freut sich Daniel Baltzer, Geschäftsführer der Plattform «Singleboersen-Vergleich.ch».

Die führenden Partnervermittlungen wie etwa Parship seien übersättigt mit Kunden. Ein Blick auf den Singlebörsenvergleich zeigt: Alleine «Parship» hat weltweit rund 10 Millionen registrierte Personen, wovon 450 000 aus der Schweiz stammen.

Online- und Offline-Paare

Wer also spezielle Bedürfnisse hat, sucht auf den grossen Singlebörsenportalen nach der Nadel im Heuhaufen. Guy Bodenmann, Professor am Psychologischen Institut der Universität Zürich, bestätigt: «Ganz nach dem Sprichwort ‹Gleich und Gleich gesellt sich gern› bieten diese Nischenplattformen die Aussicht auf ein schnelleres, erfolgreiches Matching.»

Gemäss einer «Parship»-Studie aus dem Jahr 2012, die durch Bodenmann ausgewertet wurde, sollen Online-Paare sogar zufriedener sein und eine bessere Partnerschaftsqualität haben als Offline-Paare. «Wie sich diese Partnerschaften auf Dauer entwickeln; darüber wir wissen noch wenig», sagt er.

Nischen-Markt hat noch Potenzial

Grund für das boomende Geschäft mit den Nischen sieht der Professor in der gesellschaftlichen Entwicklung, in der die Tendenz zum Individualismus zunimmt. Ausgeschöpft ist dieser Markt aber noch nicht: «Für Menschen über 60 Jahre oder für solche, die Schichtarbeit leisten wie etwa Piloten oder Feuerwehrmänner gibt es noch kein Singlebörsenportal», sagt Daniel Baltzer.

Er erhalte regelmässig Anfragen diesbezüglich. Das Problem: Ein seriöses Singlebörsenportal koste Geld und setze Erfahrung voraus. Baltzer ist davon überzeugt, dass die Zahl der Online-Dating-User in den nächsten zehn Jahren weiterhin stark ansteigen wird. «Wir leben in einer internetaffinen Gesellschaft.» Das Internet werde auch im Singlebörsenmarkt je länger, je mehr mit einer grösseren Selbstverständlichkeit genutzt. Hinzu kommt der Zeitfaktor: Je schneller, desto besser ist auch ein gesellschaftliches Phänomen.

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