Coronavirus
Aerosole: Am besten würden wir jetzt nur noch flüstern

Bei lautem Reden stossen wir 50-mal mehr Tröpfchen und Aerosole aus als stumm atmend. Und es gibt solche, die schaffen noch viel mehr. Super-Spreader wurden schon vor Corona entdeckt.

Sabine Kuster
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In der Atemluft sind auch Viren, wenn jemand infiziert ist.

In der Atemluft sind auch Viren, wenn jemand infiziert ist.

Getty

Ein Mensch stösst zehnmal mehr Aerosole aus, wenn er spricht, statt schweigt – und fünfzigmal so viele, wenn er schreit oder singt. Dies wurde in einer Studie der Universität California Davis untersucht, die im renommierten Wissenschaftsmagazin «Nature» publiziert wurde. Und dies im Februar 2019 – also noch vor Corona. Die Studienautoren wiesen darauf hin, dass die Lautstärke ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Verbreitung von viralen Lungenkrankheiten sei.

Und schon damals waren Super-Spreader beziehungsweise -Emitter ein Thema: Die Forscher stellten nämlich erstaunt fest, dass manche Personen beim Sprechen viel mehr Partikel ausstossen als andere und dies, selbst wenn man die Lautstärke oder verschiedene Sprachen berücksichtigt.

Es gibt auch beim Schweigen Super-Emitter

20 von 48 Studienteilnehmer stiessen weniger als 3 Partikel pro Sekunde aus, aber 8 der übrigen Frauen und Männer stiessen bedeutend mehr aus, 8 bis 14 Partikel. Dieser Unterschied blieb auch bei Sprechproben nach mehreren Monaten bestehen. Interessanterweise gehörte jene Person, die schweigend besonders viele Partikel ausstiess, nicht zu den Sprech-Superemittern. Was zu jemand zum Super-Emitter macht, bleibt unklar: Es könnte die Sprechweise, wie auch die Beschaffenheit und Virenlast der Mundflüssigkeit sein.

Die Tests in verschiedenen Sprachen widerlegten immerhin Spekulationen in der ersten Sars-Epidemie 2003/04, dass die Sprache bei der Verbreitung eine Rolle spielt und die Krankheit deshalb nicht in allen Ländern gleich präsent war. Eindeutig relevant ist die Lautstärke.