1 Virus – 100 Schicksale
«Wir leben von den privaten Reserven, damit die Firma nicht belastet wird»: Christina Beckmann (64), Inhaberin eines Reisebüros in Hochdorf

Christina Beckmann führt mit ihrem Mann das Reisebüro Mondial in Hochdorf. Nach dem Lockdown waren sie nur noch mit Annullierungen beschäftigt.

Reto Bieri
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Christina Beckmann aus Hochdorf.

Christina Beckmann aus Hochdorf.

Bild: PD

«Mein Mann Franz und ich führen das Reisebüro Mondial seit 35 Jahren. Der Lockdown war ein harter Einschnitt. Wir waren nur noch mit Annullierungen und Umbuchungen beschäftigt. Stand heute verzeichnen wir einige wenige Neubuchungen. Unsere Mitarbeiterin ist seit März in Kurzarbeit. Wir sind sogenannte Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung und haben den Minimalbetrag von 3320 Franken monatlich pro Person zugesprochen erhalten – allerdings nur für April und Mai. Unser Umsatz ist um fast 80 Prozent eingebrochen. Bis jetzt kommen wir über die Runden. Wir beziehen seit Juni keine Löhne mehr und leben von den privaten Reserven, damit die Firma nicht belastet wird. Wir sind zuversichtlich, dass die Reisebüros nach Abflauen der Krise wieder gefragt und geschätzt sein werden. Bis dahin ist die staatliche Hilfe ein willkommener Weg. Bei der Härtefallregelung nützen Kredite wenig, denn eine Rückzahlung innert nützlicher Frist ist schwierig. A-fonds-perdu-Beiträge sind für unsere Branche das einzig Richtige.»

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