1 Virus – 100 Schicksale
«Für die jungen Männer mit Handicap ist die Quarantäne schwer zu verstehen»: Damaris Köppel (60), Heilpädagogin aus Sennwald (SG)

Damaris Köppel aus Sennwald betreut zwei Menschen mit Handicap, von denen ein Gewaltrisiko ausgeht. Da einer sich mit dem Coronavirus infiziert hatte, mussten alle drei in Quarantäne.

Alexandra Gächter
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Damaris Köppel wohnt in Sennwald.

Damaris Köppel wohnt in Sennwald.

Bild: PD

«Ich betreue einen 20-jährigen Mann mit geistiger Behinderung sowie einen 30-jährigen Autisten bei mir zu Hause. Der Jüngere hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das bedeutete, dass wir alle drei in Quarantäne mussten. Für die beiden jungen Männer war das sehr schwierig zu verstehen. Ich musste den ganzen Tag darauf achten, dass sie nicht aneinander geraten und Abstand halten. Vor allem vom Autisten geht ein hohes Gewaltrisiko aus, wenn er mit der Umwelt überfordert ist. Trotzdem haben wir das alle drei gut gemeistert. Die Quarantäne war aber harmlos im Vergleich zu diesem Ereignis: Während des Lockdowns im Frühling durfte ich meine sterbende Mutter nicht besuchen. Dies war der Horror für mich.»

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