Montreux Jazz Festival
«Smoke on the Water» mit Symphonieorchester

Grosse Bands wie Deep Purple, Sting und George Benson treten am Festival 45. Montreux Jazz Festival auf. Das hat Festivalgründer Claude Nobs in Zermatt bekannt gegeben.

Mathias Haehl
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Deep Purple Deep Purple am Bodensee
8 Bilder
Diese Musiker spielen am Montreux Jazz Festival
Der britische Sänger Sting
Liza Minelli Verliebt: Liza Minelli (Archiv)
Andreas Vollenweider mit seiner Harfe
BB King aus den USA
George Benson
Der britische Gitarrist John McLaughlin

Deep Purple Deep Purple am Bodensee

Keystone

Am Fuss von 29 Gipfeln, die höher als 4000 Meter sind, präsentierte Festivalgründer Claude Nobs gestern das neuste Programm des 45. Montreux Jazz Festival in Zermatt: «Wir lassen die Konkurrenz gerne immer trendiger und jünger werden, wir setzen lieber auf bestandene Werte.»

Auf Bewährtes setzt auch das junge Festival am Fusse des Matterhorns, das bis zum Samstag zum vierten Mal durchgeführt wird und den würdigen Rahmen für die Montreux-Präsentation bildet. Thomas Sterchi, Festivaldirektor von «Zermatt unplugged», gesteht: «Montreux Jazz ist unser Vorbild und unser Modell.» Das hört Claude Nobs gerne, zumal ihm seit Jahren vorgeworfen wird, immer die altbewährten Musiker einzuladen und den Jazz zu vernachlässigen. Da Nobs im Beirat des derzeit laufenden Musikfestivals «Zermatt unplugged» ist, feierte er die Bekanntgabe im Rahmen des Konzertabends mit Seal und Sina. Der US-Sänger tritt auch in Montreux auf.

Ticketpreise bis zu 280 Franken

Claude Nobs’ Festival kann sich mit den hochgelobten Rockern von Arkade Fire oder den Trendsurfern von Mogwai brüsten. Und die Altbekannten, die in vielen Fällen schon gute Freunde von Nobs sind, wollen für Überraschungen und Special Nights sorgen. Carlos Santana wird an drei Abenden drei verschiedene Programme spielen: zur Eröffnungsnacht mit Gitarrist John McLaughlin, mit dem er schon 1973 gemeinsam tourte. Dann wird der Latin-Gitarrero ein Hit-Programm und schliesslich einen Bluesabend mit B.B. King bestreiten. Liza Minnelli gibt eine Comebacktour, Ricky Martin meldet sich zurück, und Harfenist Andreas Vollenweider wird sein 30. Bühnenjahr in Montreux feiern. Ein Abend ist den Pionieren des Hip-Hop gewidmet, und nach drei Jahren Pause gibts wieder einen Brasil-Abend mit den drei angesagten Sängerinnen Maria Gadu, Ana Carolina und Maria Rita.

Im Trend scheint zu sein, live mit der grossen Kelle anzurichten, wenn Ticketpreise bis zu 280 Franken bezahlt werden: Deep Purple rocken zum 40-Jahr-Jubiläum ihrer Montreuxhymne «Smoke on the Water» mit einem 50-köpfigen Symphonieorchester und werden den 16-tägigen Musikreigen beschliessen. George Benson und Sting lassen ebenfalls Streicher antreten. 230000 Besucher werden bis zum 16. Juli zu den Konzerten von 350 Formationen erwartet, für deren Organisation jedes Jahr 1200 Helfer im Einsatz stehen.

Eindrückliche Zahlen und internationale Ausstrahlung sind den Montreux-Machern seit jeher wichtig. So berichtete Claude Nobs voller Stolz, dass er in den nächsten zwölf Monaten drei neue Montreux Jazz Cafés eröffnen wird und so «die Marke Montreux in die grosse weite Welt tragen». Im Pariser Gare de Lyon, im New Yorker Flughafen John F. Kennedy und im Zürcher Flughafen wird man also bald stundenlang Videos von 45 Festivals sehen können.

Anna Calvi singt gratis im Café

Aber nur im Jazz Café Montreux wird man diesen Sommer nebst vielen No-Names die Newcomerin Anna Calvi live erleben können – und dort wie alle Konzerte im Jazz Café gratis obendrein. Nobs weiss: «Die Sängerin Anna Calvi ist sehr talentiert, anders als Amy Winehouse. Die braucht wohl noch Jahre, bis sie ihre Möglichkeiten ausschöpft.» Dann wird man sie vielleicht auch einmal in Montreux erleben können.

45. Montreux Jazz Festival, 1.–16. Juli. www.zermatt-unplugged.ch

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