Open Air Basel

Basel feiert das Wochenende mit Grunge, Synth-Pop und Soul

Mark Lanegan eröffnet am Freitag das Open Air Basel auf der Kaserne. ZVG

Mark Lanegan eröffnet am Freitag das Open Air Basel auf der Kaserne. ZVG

Mark Lanegan, The Notwist und Michael Kiwanuka: Mit diesen hochwertigen Auftritten geht das Open Air Basel am Wochenende in die sechste Runde.

Die Vorbereitungen liefen diese Woche auf Hochtouren. Auf dem Gelände der Kaserne packte jeder mit an. Es wurden Kisten geschleppt, Holzbretter vernagelt, Zelte aufgestellt, Lichterketten montiert, kilometerweise Kabel ausgerollt, Mikrofone getestet und Lichteffekte überprüft, damit es heute endlich losgehen kann. Das Open Air Basel. Am Nachmittag öffnet es zum sechsten Mal seine Türen und zeigt sechs Bands an zwei Tagen.

Als Erstes kommen die Kinder in den Genuss, denn für sie findet am Nachmittag eine kostenfreie Kinderdisco (NomiDance) statt. Eine Kinderdisco der erwachsenen Art — mit elektronischen Beats. DJs legen vor Ort in einem leuchtend roten Soundwagen Platten auf.

Grimmig schöner Gesang

Am Abend wird dann die grosse Bühne auf der Kaserne bespielt. Und das nicht von irgendjemandem, sondern von Mark Lanegan und seiner Band. Er zaubert als Frontmann mit seiner rauen Stimme und düsteren Texten grimmig schöne Musik auf den Kasernenplatz. Momentan ist der amerikanische Solo-Künstler auf Europatournee unterwegs und gibt jeden Tag ein Konzert.

(Quelle: youtube.com/Mark Lanegan)

Mark Lanegan Band - Sad Lover

Nach der Auflösung der Band «Screaming Trees» war er Sänger der «Queens of the Stone Age». Nebenher trieb er beständig seine Solo-Karriere voran. Sein erstes Album nahm er mit Unterstützung des Frontsängers Kurt Cobain und des Bassisten Krist Novoselic der Grunge-Band Nirvana auf. Der Folk-Klassiker «Where did you sleep last night», der auf diesem Album zu hören ist, hat Nirvana später gecovert. 

Nach dem Amerikaner spielt zum Beispiel die deutsche Kult-Indie-Band «The Notwist» aus Oberbayern. Den Begriff «Indietronic» haben die Kritiker eigens für sie erfunden. Er bezeichnet die musikalische Vermischung von Indie und elektronischen Klängen. Martin Gretschmann, der die computeranimierten Töne für die Band produziert, tritt seit kurzem nicht mehr mit den «Notwist» auf. Seine künstlerische Tätigkeit als DJ Acid Pauli ist dem Band-Wirken in die Quere gekommen. Als Ersatz für Gretschmann ist der Musiker Cico Beck eingesprungen.

(Quelle: youtube.com/City Slang)

The Notwist - Pick Up The Phone

2002 landete die Band mit dem Album «Neon Golden» ihren grössten Erfolg. Mit der melancholischen Platte erreichte sie den zehnten Platz in der deutschen Albumcharts und erhielten den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik. Seither tourt die Band in ganz Europa.

Der Shootingstar 2012

Am Freitag rundet das schwedische Synthpop-Quartett «Little Dragon» den ersten Tag ab. Am Samstag verspricht das Konzert des britischen Soul-Sängers Michael Kiwanuka einen Höhepunkt des zweiten Tages zu werden. Der 28-jährige Brite mit ugandischer Herkunft wird von Musikkritikern als «Shootingstar des Souls» gefeiert. Auf seinem Album «Home Again» singt er zärtlich und sehnsüchtig fein von der Heimkehr, Spiritualität und Selbstzweifeln. Seiner Musik verlieh die BBC den Titel «Sound of 2012».

(Quelle: youtube.com/MichaelKiwanukaVEVO)

Michael Kiwanuka - Home Again

Das diesjährige Line-up des Open Airs Basels verdeutlicht einmal mehr, dass das Festival seinen Kinderschuhen entwachsen ist. Das Musikfest wurde als Wohltätigkeitsveranstaltung unter dem Namen «Viva con agua & Kaserne Basel Festival» ins Leben gerufen. Vor zwei Jahren wurde der Name geändert und der Anspruch an hochwertige Musik in verschiedenen Stilrichtungen erhöht. Das Publikum belohnte dies im letzten Jahr: Rund 10'000 Eintritte wurden verkauft.

Der Vorverkauf läuft so gut wie 2014. Am Mittwoch zählte der Festivalleiter Sandro Bernasconi 1300 verkaufte Tickets. Er erwartet, dass bis zur Eröffnung mindestens die Hälfte des Platzes voll sei. Für 4000 Besucher ist Raum auf der grünen Wiese vor der Kaserne. Letztes Jahr tanzten die Besucher bei Platzregen, Blitzlicht und Donnergrollen — hoffentlich haben sie dieses Jahr mehr Glück.

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