Sonaare beginnt mit einem Stapel Bewerbungen: Für die musikalische Entdeckungsreise, die ab dem 22. Februar in Aarau zu hören ist, wählt die Intendantin Daniela Roos-Hunziker Ensembles in ungewohnter Besetzung oder Stücke in neuer Instrumentierung.  zu zeigen, was nicht an jeder Ecke zu hören ist». Dafür stützt sich Roos-Hunziker sowohl auf ihre eigenen musikalischen Vorlieben als auch auf ihr breites Beziehungsnetz – viele der Künstlerinnen, die sich bewerben, kennt sie direkt oder indirekt.

Dieser persönliche Bezug zu den Musikern und den Stücken ist ein zentraler Aspekt der beliebten Konzertreihe. Auch das erste Programm dieses Jahres wurde so ausgewählt: Das international tätige Gitarrenduo Morat-Fergo begleitet den Tenor Georg Poplutz in einer Neuinterpretation von Schuberts «Winterreise».

Der ursprünglich für Klavier komponierte Liederzyklus wird auf Kopien von Wiener Gitarren aus dem 19. Jahrhundert dargeboten, um sich so Schuberts Lebens- und Wirkzeit anzunähern. Gitarren kommen dieses Mal insgesamt mehr vor als in anderen Jahren und werden noch in weiteren Konzerten vertreten sein.

Auch das Trio «Ensemble Bern» bietet eine aussergewöhnliche Instrumentierung: Am 24. Mai spielt es mit Oboe, Horn und Klavier Stücke von Carl Reinecke, Robert Kahn und Heinrich von Herzogenberg. Eine weitere Premiere ist die original Wiener Besetzung beim diesjährigen Salonmusikkonzert am 26. April.

Nebst ausgefalleneren Stücken und Besetzungen sind auch klassische Kombinationen wie Streichquartette und Stücke aus Musiktheater und Weltmusik dabei, die sich jedes Jahr breiter Beliebtheit erfreuen.

Die persönliche Note

Da die Ensembles oft schon sehr lange zusammen musizieren, wird der persönliche Charakter des Sonaare noch weiter vertieft: Roos-Hunziker ist selbst Cellistin und spielt am 19. Juli mit ihrem Ehemann, dem Klarinettisten Lukas Roos, und der Pianistin Patricia Ulrich, die sie seit dem Studium kennt.

Die Band Summertime, die am 2. August das letzte Konzert der Reihe darbieten wird, hat vor über 15 Jahren mit Strassenmusik angefangen und spielt derzeit mit internationalem Erfolg über 100 Konzerte im Jahr. Die Interpretinnen verbindet also mehr als nur die Musik, was sich gemäss Roos-Hunziker in der Qualität niederschlage: «Der Genuss und die Freude, die die Musiker beim Spielen verspüren, übertragen sich aufs Publikum.»

Die Krönung dieser intimen Atmosphäre bilden die Anekdoten und Geschichten, mit denen die Konzerte untermalt werden. Man erfährt, wie ein Werk entstanden ist oder wie die Künstlerinnen zu ihrem Instrument gekommen sind. All diese persönlichen Elemente machen das Sonaare aus und sind Grund für die Beliebtheit der Konzertreihe.

Erfolg dank neuem Auftritt

So beliebt war das Sonaare nicht immer: Als Roos-Hunziker 2014 die Leitung der Reihe übernahm, liessen die Besucherzahlen zu wünschen übrig. Seither hat sich die Aargauerin um einen professionellen Gesamtauftritt bemüht — mit überaus positiver Resonanz: Aus Platzgründen ist das Sonaare 2017 vom Golattikeller in die grössere Pauluskirche umgezogen, wo man sich nebst ausreichend Sitzplätzen auch über eine verbesserte Akustik freut.

Zudem hat Roos-Hunziker den Gönnerverein Sonaare gegründet, der Jahr für Jahr wächst. Das freut die Intendantin, da es zeige, wie sehr ihr Engagement geschätzt werde: «Die Leute bringen uns grosses Vertrauen entgegen. Weil sie bisher nicht enttäuscht worden sind, probieren sie auch Musik, die sie sich in einem anderen Kontext nicht anhören würden.» Konzerte für Entdecker eben.

Sonaare Pauluskirche Aarau, 22. Februar bis 2. August.