Ostern
Mehr als «Kumbaya»: Das sind die besten Songs für den Frieden

Manchmal geht es bei Musik nur darum, mitzusingen, zu tanzen und die Welt um sich zu vergessen. Aber manchmal ist Musik auch Politik. Wenn von Protest und für eine bessere Welt gesungen wird. Der Krieg in der Ukraine ist die aktuellste Inspiration in einer langen Reihe von Songs für den Frieden.

Nadja Zeindler
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Nach 30 Jahren sind Pink Floyd erstmals wieder zusammen ins Studio gegangen. Der Grund: Mit dem Solidaritätssong «Hey Hey Rise Up» für die Ukraine sollen Spenden gesammelt und die Moral der Ukrainer gesteigert werden.

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Es ist nicht der erste politisch motivierte Song der Band. 1979 haben sie bereits ein Werk in dieser Richtung geschaffen, das bis heute Kultstatus geniesst: «Another Brick in the Wall». Den Soundtrack für eine bessere Welt, liefern aber noch andere. In diesem Sinne: Peace!

1985: USA for Africa – «We are the world»

Ende der 80er, bzw. Anfang der 90er war das die Hymne für den Weltfrieden. Michael Jackson und Lionel Richie sammelten mit dem Song Spenden für die Hungersnot in Äthiopien und mit 19 weiteren Sängern, war das Who is Who der Musikwelt dabei. Zwei Popstars sagten aber ab: Prince war aus Termingründen verhindert und Madonna hörte auf den Rat ihres Managements und wollte nicht ihre Tour unterbrechen.

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1991: Scorpions – «Wind of Change»

Es gibt wohl keine bekanntere gepfiffene Melodie, die für Gänsehaut sorgt. Es sei die «persönliche Aufarbeitung dessen, was in den letzten Jahren in der Welt passiert ist», sagt Sänger Klaus Meine über den Song zur Veränderung zwischen Ost und dem West, der zur Hymne der Wende wurde. Was man heute leicht vergisst: Vor dieser Ballade war die deutsche Band eher für härteren Rock bekannt.

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2004: Green Day – «American Idiot»

Zugegeben: Es klingt nicht nach einem Song für den Frieden, aber Green Day singen hier eher vom eigenen Seelenfrieden, wenn man das Gefühl hat, von purer Dummheit umgeben zu sein. Drei Jahre nach den Anschlägen vom 11. September war die USA und deren Politiker voll auf Kriegskurs und ihre Kritik hätte für die Punk Band gewaltig nach hinten losgehen können. Anderen Bands, wie zum Beispiel den Dixie Chicks, schlug nach kritischen Äusserungen gegen Präsident Bush eine enorme Welle voller Hass und Morddrohungen entgegen. Green Day trafen aber offenbar den Nerv der Zeit und schufen mit dem gleichnamigen Album ihren wohl grössten Hit.

1983: U2 – «Sunday Bloody Sunday»

Am Sonntag, dem 30. Januar 1972 schoss die britische Armee auf Zivilisten, die gegen die Teilung von Irland demonstrierten. 14 Menschen wurden getötet und viele mehr verletzt. Danach bekam die Irisch-Republikanische Armee IRA viel Zulauf. Frontmann Bobo betont aber, dass der Song nicht rebellisch gemeint, sondern ein Plädoyer für die Menschlichkeit sei.

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1969: Creedance Clearwater Revival – «Fortunate Son »

Das ist DER Song aus Hollywoodfilmen über den Vietnamkrieg. Mit einer gehörigen Portion Sarkasmus richtet die Band den Ärger einer ganzen Generation an die US-Politiker, die junge Männer zum Sterben ans andere Ende der Welt schicken - die «Glücklichen».

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1995: No Doubt – «Just a Girl»

Protestsongs richten sich nicht immer gegen Krieg. In der Männerdominierten Musikwelt hat Sängerin Gwen Stefani Sexismus und Clichés gegen Frauen besungen. Es wurde einer der ersten Hits für die Band.

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1984: Bruce Springsteen – «Born in the USA»

Es klingt wie der feuchte Traum jedes US-Patrioten und wird bis heute gerne inbrünstig gesungen. Sogar Präsident Reagan nutzte das Werk als Wahl-Song. Springsteen war stinksauer, denn eigentlich geht es im Song darum, wie schlecht die USA seine Veteranen behandelt.

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2018: Childish Gambino – «This is America»

Vor allem das Video zum Song hat schockiert – und gezeigt, dass Musik auch heute noch ein mächtiges Mittel ist, um Menschen mit wichtigen Themen zu konfrontieren. In diesem Fall geht es um Rassismus und Gewalt und wie wir damit umgehen oder es sogar unterhaltend finden.

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1973: Bob Marley – «Get up, Stand up»

Deutlicher kann man Protest fast nicht in einen Refrain packen. Der Song wurde praktisch seit seinem Erscheinen in zahlreichen Bewegungen verwendet. Und auch fast 50 Jahre später ist er so relevant, wie damals: «Kommt hoch, steht auf. Steht für eure Rechte auf.»

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