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«Maniac»: Abtauchen in ein verrücktes Serien-Universum

Die Netflix-Serie des neuen Bond-Regisseurs Cary Fukunaga ist verwirrend. Doch Durchhalten lohnt sich bei «Maniac» – auch für Bond-Fans.

Lory Roebuck
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Einsame Seelen: Owen (Jonah Hill) und Annie (Emma Stone) nehmen an einem Experiment teil – und stürzen sich mit jedem Versuch in ein neues Abenteuer.

Einsame Seelen: Owen (Jonah Hill) und Annie (Emma Stone) nehmen an einem Experiment teil – und stürzen sich mit jedem Versuch in ein neues Abenteuer.

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Das Timing hätte nicht besser sein können: Ende letzter Woche wurde Cary Fukunaga als Regisseur des nächsten James-Bond-Films vorgestellt. Und wer sich fragte, was der 41-jährige Amerikaner wohl draufhat, erhielt bereits tags darauf eine Antwort – in Form der neu veröffentlichten, zehnteiligen Netflix-Serie «Maniac», die Fukunaga verantwortet hat.

Bond-Fans macht er es mit dieser dunklen Comedyserie allerdings nicht ganz einfach. Die erste Folge ist Verwirrung pur. Im Zentrum steht Owen (Jonah Hill), ein junger Mann, der von seiner reichen Familie verstossen wird.

Der Trailer zur Serie:

Owen hat psychische Probleme, er glaubt, überall versteckte Botschaften zu sehen. Was ist real und was nicht, das fragt man sich bald auch als Zuschauer.

Doch wer nach der ersten Folge bereits aufgibt, verpasst die verrückteste und beste Netflix-Serie seit langem. Fukunaga hat «Maniac» so entwickelt, dass alle zehn Folgen mehr oder weniger am Stück geschaut werden sollen – wie ein siebenstündiger Film.

So erfährt man erst nach und nach, worum es eigentlich geht.

Pillen gegen Psychosen

Owens Botschaften führen ihn direkt in ein Labor, das mit seinen riesigen Maschinen, leuchtenden Schaltern und klobigen Computerbildschirmen wie aus einem 80er-Jahre-Film wirkt.

Doch das Experiment, das die ebenfalls altmodisch gekleideten Wissenschafter durchführen, ist pure Science-Fiction: Sie wollen die Menschheit gegen sämtliche negativen Emotionen immunisieren.

Lassen sich auf ein gefährliches Experiment ein: Annie (Emma Stone, Mitte) und Owen (Jonah Hill).

Lassen sich auf ein gefährliches Experiment ein: Annie (Emma Stone, Mitte) und Owen (Jonah Hill).

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Mit drei Pillen löschen sie gebrochene Herzen, Schicksalsschläge und andere Traumata direkt aus dem Gedächtnis.

An dem gefährlichen Versuch nimmt auch Annie (Oscar-Preisträgerin Emma Stone) teil, die süchtig ist nach den Pillen und die sich mit Owen bald anfreundet.

Die Parallelwelten werden immer verrückter

Und dann beginnt es: Mit jeder neuen Folge, mit jedem neuen Versuch und mit jeder neuen Pille, die Annie und Owen schlucken, taucht «Maniac» ab in völlig unterschiedliche, und zunehmend verrücktere Parallelwelten:

Mal sehen wir Owen und Annie als Ehepaar, das einen Lemur aus den Händen von drei schwerbewaffneten Kriminellen befreien muss; mal als Gangster-Paar in den 40er Jahren, mal als Elben in einer Fantasywelt.

Mit jeder Pille ein neues Abenteuer: Owen und Annie als trashiges Ehepaar auf Rettungsmission.

Mit jeder Pille ein neues Abenteuer: Owen und Annie als trashiges Ehepaar auf Rettungsmission.

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Regisseur Fukunaga mischt Elemente aus Filmen wie «Pulp Fiction», «Scarface» und «Lord of the Rings» und erschafft doch etwas Einzigartiges:

Eine herrlich verschrobene Serie über kaputte Seelen, die eine zweite Chance auf ein erfülltes Leben erhalten – jeden Tag aufs Neue.

Auch Bond-Fans kommen auf ihre Kosten: In einer der letzten Folgen zieht es das Helden-Duo in ein waschechtes Spionageabenteuer.

Maniac (USA 2018) Regie: Cary Fukunaga. Mit Jonah Hill, Emma Stone, Justin Theroux u.a. Jetzt auf Netflix. ★★★★☆

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