Chorkonzert in der Franziskanerkirche mit hoher Gesangskunst

Gerda Neunhoeffer
Drucken
Teilen

Sangen die Wiener Sängerknaben im Eröffnungskonzert des Oster-Festivals mit «Engelsstimmen» (Bericht vom Sonntag), konnte man im zweiten Chorkonzert am Sonntag hören, dass nicht nur Knaben wie mit Engelszungen singen können. Das Collegium Vocale zu Franziskanern, schon 2017 am Lucerne Festival zu hören, bewies erneut, dass einige Luzerner Chöre durchaus mit weltweit bekannten Chören vergleichbar sind. Das zeigte sich in der stilsicheren Interpretation ebenso wie in den sich weit auffächernden Klängen, bei denen auch doppelchörig jede Stimme durchhörbar blieb.

Ulrike Grosch verband Musik von Johannes Brahms und Josef Gabriel Rheinberger, die etwa zur gleichen Zeit entstand und doch ganz unterschiedlich ist. Nahtlos fügten sich einige der Biblischen Lieder von Antonin Dvořák zwischen die Chorwerke ein, und dass es in der fast ausverkauften Franziskanerkirche keinen Zwischenapplaus gab, erhöhte die Intensität der Musik.

Schlichte Klarheit

Dass die Motette «Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen» von Brahms in Werke von Rheinberger eingebettet war, hob sie umso mehr heraus. Zumal die beiden kurzen Hymnen mit Orgel begleitet wurden. Die Entfernung zwischen Chor und Orgel wurde zwar gut überbrückt, aber erst in der a cappella gesungenen Brahms-Mottete blühte der Chor so richtig auf. Wie Ulrike Grosch das mehrmalige «Warum» jeweils verklingen liess, wie sich die Stimmen verbanden und der Schlusschoral «Mit Fried und Freud fahr ich dahin» in schlichter Klarheit ausklang, das war hohe Gesangskunst.

Von der Orgelempore aus schloss sich mit genau gleichem Ton die Elegie d-Moll für Cello (Sophie Luise Hage) und Orgel (Tobias Willi) von Rheinberger an. Seine «Cantus Missae» für zwei vierstimmige Chöre a cappella lebte von grosser dynamischer Entfaltung, und Dvořáks Lieder, von Marian Krejcik mit sonorem Bariton gestaltet und von Willi charakteristisch registriert, ergänzten die Mess-Teile stimmungsvoll.

Aktuelle Nachrichten