Er gehört derzeit zu den Kassenschlagern: Über 100 000 Zuschauer hat «Papa Moll» seit seinem Kinostart vor vier Wochen schon in die Kinos gelockt. Zum Jahresende wurde er einzig von «Star Wars» übertroffen. Damit steht bereits fest: Die Komödie über den schusseligen Familienvater ist die erfolgreichste Schweizer Produktion seit der «Göttlichen Ordnung». Bei diesen Zahlen stellt sich unweigerlich die Frage: Gibt es eine Fortsetzung?

Roy Oppenheim, Sohn von Papa-Moll-Erfinderin Edith Oppenheim-Jonas, hält die Rechte an der Comic-Figur. Für ihn ist der Kinofilm «ein Wurf». Er sagt: «Ja, ich kann mir eine Fortsetzung sehr gut vorstellen.» Der grosse Zuspruch seitens des Publikums stimme ihn zuversichtlich, dass die Voraussetzungen für eine Folgestory vorhanden sind.

Bei der «Walt Disney Company», dem Verleiher des Filmes, hält man sich diesbezüglich noch bedeckt. «Ob und wie es weitergeht, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren», sagt der Presseverantwortliche Marco Schärer. Da der Film noch einige Wochen auf Schweizer Leinwänden zu sehen sei, müsse erst einmal der Kinoschluss abgewartet werden. Erst danach soll eine abschliessende Auswertung der Besucherzahlen vorgenommen werden, bevor weitere Gespräche zu möglichen Plänen anstehen.

«No Billag» ist richtungsweisend

Roy Oppenheim denkt bereits einen Schritt weiter. So sei nicht nur ein zweiter Kinofilm möglich, ihm schwebt die Auslagerung des Papa-Moll-Universums auf eine eigene Serie vor. «Ein Serien-Format wäre ideal, um neue Wege zu gehen», so Oppenheim. Wichtig sei dabei, dass die Qualität stimme: «Das Drehbuch ist das Entscheidende.»

Ob in Spielfilmlänge oder als Serie, als Real- oder als Trickfilm – von der Idee bis zur Umsetzung haben Produktionen in der Schweiz erfahrungsgemäss einige Hürden zu überwinden. Die Finanzierung ist der entscheidende Punkt, gerade mit Blick auf die aktuelle Debatte zur «No-Billag»-Initiative. Um ein Projekt stemmen zu können, ist laut Oppenheim stattliches Eigenkapital vonnöten. Er weiss aber auch: «Wenn man in der Schweiz einen Kinofilm oder eine TV-Serie produzieren will, braucht man sowohl Mittel aus der Filmförderung des Bundes als auch finanzielle Unterstützung der SRG.»

Bei einer Annahme der Initiative am 4. März könnte dies schon bald infrage gestellt werden. Dennoch bestünde laut Oppenheim bei einem Ja die Möglichkeit, Filmprojekte über externe Stiftungen finanzieren zu können. Wie berechtigt seine Hoffnungen auf eine Fortsetzung sind, dürfte auch vom Erfolg im Ausland abhängen. Im April startet der Kinofilm in Deutschland und Österreich.

Auch Bad Zurzach profitiert

Über eine Fortsetzung des Leinwandhelden würde man sich auch in Papa Molls Heimat Bad Zurzach freuen. Im Ort schlagen sich die aktuellen Zuschauerzahlen ebenfalls positiv nieder. Seit dem Filmstart habe das Interesse spürbar zugenommen, wie Peter Schläpfer sagt. Laut dem Tourismus-Direktor laufe besonders der Verkauf von Souvenirartikeln erfreulich gut. Beim neu geschaffenen Erlebnisweg verzeichnete man bereits gegen 1000 Eintritte. Auffallend sind laut Schläpfer zudem die Nutzerzahlen auf der Papa-Moll-Website, die sich verdoppelt hätten.

Grund genug, um sich zum bevorstehenden internationalen Filmstart Gedanken über die Vermarktung zu machen. Der oberste Touristiker in Bad Zurzach klärt derzeit Werbeaktionen an den betreffenden Spielorten ab. Eine Investition, die sich lohnen könnte. Dass eine einheimische Produktion im Ausland durchstarten kann, bewies «Heidi» im Jahr 2015, als die Johanna-Spyri-Verfilmung den erfolgreichsten internationalen Kinostart eines Schweizer Films hinlegte.