Kino
Mama macht sich nochmals auf zu neuen Ufern

Sein Leben auf den Kopf stellen – Beate, eine Frau um die fünfzig, wagt diesen kühnen Schritt im stillen Drama «Die Frau, die sich traut». Die ehemalige DDR-Schwimmerin will sich endlich ihren Jugendtraum erfüllen und den Ärmelkanal durchqueren.

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Beate (Steffi Kühnert) kämpft sich ins Leben zurück. Filmcoopi

Beate (Steffi Kühnert) kämpft sich ins Leben zurück. Filmcoopi

Anhand eines Einzelschicksals erzählt Marc Rensing («Parkour») eine universelle Geschichte. Es ist nie zu spät, seinem Leben noch einmal eine neue Richtung zu geben, lautet Rensings Botschaft.

Aber warum tut sich Beate (Steffi Kühnert) das an? Mit ihrem Leben ist sie – oberflächlich betrachtet – eigentlich ganz zufrieden. Sie hat einen Job, ein Haus, Freunde und Kinder. Ihr Leben jedoch gerät aus der Bahn, als bei ihr Krebs diagnostiziert wird.

Rensing nimmt sich viel Zeit, die nüchterne Lebenswirklichkeit Beates mit fast dokumentarischem Blick einzufangen. Ihr Haus in Mecklenburg-Vorpommern hat schon bessere Tage gesehen – ein Aufbruch zu neuen Ufern ist mehr als wünschenswert.

Raus aus dem Kleinbürgermief

Immer wieder schneidet Rensing Bilder vom Meer dazwischen. Sehnsuchtsbilder, die aus der kleinbürgerlichen Enge hinaus bis zum Horizont führen. Mit der Entscheidung, sich ihren Jugendtraum zu erfüllen, erobert sich Beate ein grosses Stück Selbstständigkeit zurück und gewinnt zunehmend an Selbstvertrauen. Wird sie durchhalten?

Die Frau, die sich traut (D 2013) 98 Min. Regie: Marc Rensing. Ab Donnerstag in den Kinos.

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