SRF
Fernsehen für Blinde und Gehörlose – so wirds gemacht

Zwei Stunden Vorbereitung benötigt die Gehörlosen-Version der Tagesschau des Schweizer Fernsehens. Wieviel Aufwand hinter den Sendungen für Seh- und Hörbehinderte steckt, zeigt eine Video-Reportage aus Leutschenbach.

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Barbara Bucher erklärt die Welt mit den Händen. Sie ist Gebärdensprache-Dolmetscherin und übersetzt unter anderem die Tagesschau des Schweizer Fernsehens für Hörbehinderte Zuschauer.

Zwei Stunden Vorbereitung benötigt Bucher für die Übersetzung der Tagesschau, werden in der Sendung live Korrespondenten zugeschaltet, übersetzt auch sie live.

Untertitel sprechen statt schreiben

Das Schweizer Fernsehen übersetzt nur wenige Sendungen in Gebärdensprache. Neu werden aber die Hälfte aller Sendungen mit Untertiteln ausgestrahlt, diese können auch im Internet angezeigt werden. Das ist deutlich mehr, als das Gesetz verlangt.

Die Untertitelung kostet das SRF rund 7,5 Millionen Franken jährlich. 90 Mitarbeiter im Tessin, in Genf und in Zürch sind dafür angestellt.

Sie müssen die Untertitel nicht schreiben, sondern können diese sprechen. Beim sogenannten «Re-Speaking» wandelt ein spezielles Programm die Sprache in Schrift um. Dies wird zum grössten Teil vorbereitet, doch je nach Situation passiert auch die Untertitelung live.

Visuelle Medien als einzige Informationsquelle

10 Prozent der Schweizer Bevölkerung hat eine Hörbehinderung, ein Teil von davon ist auf die Gebärdensprache angewiesen. Für viele von ihnen ist das Fernsehen laut Bucher eine wichtige Informationsquelle. Einige Gehörlose hätten auch Mühe, geschriebene News zu verstehen. «Die Gebärdensprache ist ihre Sprache», sagt Bucher. Und diese verstehen sie deshalb am besten.