Zwei Schauspieler-Auszeichnungen gingen an die Tragikomödie "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri". Die 60-jährige Frances McDormand wurde für ihre Rolle als kämpferische Mutter nach der Ermordung ihrer Tochter für die beste Hauptrolle geehrt - zum zweiten Mal nach 1997, als sie mit "Fargo" gewann. Ihr Filmkollege Sam Rockwell bekam den Oscar für seine Nebenrolle als rassistischer Kleinstadtpolizist.

Regisseur und Autor Jordan Peele schrieb Oscar-Geschichte: Mit seiner Horror-Komödie "Get Out" gewann er als erster Afro-Amerikaner den Preis für das beste Original-Drehbuch.

Der Brite Gary Oldman wurde für seine Verkörperung des britischen Premierministers Winston Churchill in "Darkest Hour" mit dem Hauptdarsteller-Oscar ausgezeichnet. Das Historiendrama erhielt auch eine Auszeichnung in der Kategorie Make-up/Frisur. Beste Nebendarstellerin wurde Allison Janney - im Drama "I, Tonya" spielt sie die ehrgeizige Mutter der Eiskunstläuferin Tonya Harding.

Hollywood-Stars auf dem roten Teppich bei der Oscar-Verleihung

Hollywood-Stars auf dem roten Teppich bei der Oscar-Verleihung

Die Oscar-Verleihung ist ein Stelldichein der Hollywood-Topstars. Beim diesjährigen Defilee auf dem roten Teppich vor der Show zeigten sich unter anderem Regisseur Steven Spielberg, die Schauspielerinnen Meryl Streep und Nicole Kidman sowie die US-Sängerin Mary J. Blige.

Pointen zum Missbrauchsskandal

Moderator Jimmy Kimmel hatte die Gala mit zahlreichen Spitzen zum Missbrauchsskandal in Hollywood eröffnet. "Oscar ist derzeit der beliebteste und am meisten respektierte Mann", sagte der 50-Jährige in der Nacht zu Montag.

Dabei fuhr Komiker Kimmel fort: "Er hält seine Hände dort, wo man sie sehen kann." Er sei nie unflätig, und am wichtigsten: "Kein Penis." "Das ist ein Mann, von dem wir mehr in dieser Stadt brauchen." Kimmel spielte damit auf die Missbrauchsvorwürfe gegen Produzent Harvey Weinstein und weitere Männer im Filmgeschäft an.

In den technischen Kategorien räumte das Kriegsdrama "Dunkirk" drei Oscars ab (Tonmischung, Tonschnitt, Filmschnitt). Je einen Oscar bekamen das Gesellschaftsdrama "Der seidene Faden" (Kostümdesign) und das Liebesdrama "Call Me By Your Name" (adaptiertes Drehbuch). Der Zeichentrickfilm "Coco" holte zwei Trophäen: als bester Animationsfilm und für den besten Filmsong.

Die langweiligsten Oscars aller Zeiten?

Die langweiligsten Oscars aller Zeiten?

So sind die Reaktionen auf die Oscars 2018.

Der Auslands-Oscar ging in diesem Jahr nach Chile an Sebastián Lelio mit seinem Film "Una mujer fantástica" (eine fantastische Frau). Beste Dokumentation wurde "Icarus" von Bryan Fogel und Dan Cogan über die russischen Doping-Machenschaften der vergangenen Jahre.

Stars überraschen Zuschauer im Kino

Die bunte und lange Oscar-Gala versuchte erneut, mit witzigen Einlagen das Publikum bei der Stange zu halten. Oscar-Moderator Jimmy Kimmel startete erneut einen Überraschungs-Coup. In Begleitung von Filmstars wie Mark Hamill, Emily Blunt, Lupita Nyong'o, Regisseur Guillermo del Toro und vielen anderen brachte er Snacks und Hot Dogs ins voll besetzte Chinese Theatre um die Ecke, wo die Kinobesucher gerade die Oscar-Verleihung live auf der Leinwand verfolgten.

"Ihr seid live bei den Oscars", rief Kimmel den fassungslosen Zuschauern zu. Das Publikum im Saal der Oscar-Gala und die Leute im Chinese Theatre winkten sich über die Leinwand gegenseitig zu. Kimmel dankte den Anwesenden dafür, dass sie Kino-Gänger sind.