Gelbe Fahnen wehten vor dem Gleis 21 beim Bahnhof Dietikon. Darauf abgebildet der unverkennbare Klappstuhl des Vereins Theater Dietikon, der am Samstag seinen 29. Theatertag im Kulturzentrum abhielt. Früher fand der Anlass meist beim Stadthaus statt. Doch nun spannte man mit dem Verein Gleis 21 zusammen und schuf in dessen Kulturstätte eine idyllische Bühnenwelt. «Wir sind gespannt, wie der neue Ort beim Publikum ankommt», sagte Vereinspräsidentin Simone Neff im Vorfeld zur Limmattaler Zeitung.

Der erste Auftritt im Saal stand ganz im Zeichen der Kinder: «Tic Tac» nannte sich das Stück, das die Theateria Dietikon unter der Leitung von Heidi Christen und Stefan Baier mit 16 Kindern im Alter von 5 bis 13 Jahren in den Sommerferien einstudiert hatte. «Es ist ein Geschenk, mit Kindern zu arbeiten, denn sie leben ihre Rolle. Das ist eine Gabe, die Erwachsene im Schauspielstudium erst wieder erlernen müssen», sagte Baier. Seit 22 Jahren eröffnet seine Theateria den Theatertag.

«Der Saal im Gleis 21 ist ideal für unsere Künstlerinnen und Künstler», sagte Neff, die jede Aufführung ankündigte. So eroberte auch Jörg Bohn als Bruno Hasenkind anschliessend schnell die Bühne. Er stellte einen Schulhausabwart dar, der mit einem Stoffhasen spricht. Für die Kinder in den ersten Reihen war dies der pure Spass, während die Darbietung bei Erwachsenen auch eine leichte Melancholie auslöste.

«Wir finden es super, dass es in Dietikon einen solchen Anlass gibt und man nicht extra nach Zürich fahren muss», sagte etwa Geneviève Hirt, die mit ihrer Familie dort war. Das Gleis 21 habe zudem einen entscheidenden Vorteil: «Es gibt hier rundherum keine stark befahrene Strasse, das macht es sicherer für die Kinder, die herumtoben wollen. Das war beim Stadthaus anders», so die junge Mutter.

Beschwingter Pop, Clowninnen und Schminke

Der Platz rund ums Gleis 21 bot einige Attraktionen. Neben einer Festwirtschaft wurde auf der kleinen Freilichtbühne Musik gespielt: Das Quartett Peter Pana spielte beschwingten Pop, während zwei Clowninnen besonders mit ihren gigantischen Seifenblasen für staunende Gesichter sorgten. Gesichter, die man auch fantasievoll und professionell mit Schminke bemalen konnte.

Auch das Abendprogramm überzeugte. Putzfrau Luise, hinter der Theaterpädagogin Conni Stüssi steckt, begeisterte mit ihrem Erzähltheater unter freiem Himmel Gross und Klein. Ebenso faszinierte die Magie von Alex Porter, den Neff als den «Zauberer mit dem Lockenkopf» ankündigte. Die A-cappella-Gruppe Urstimmen und das Comedy-Duo Pasta del Amore übernahmen die letzten Auftritte des Tages.

«Das Gleis 21 erwies sich als guter Ort für unseren Theatertag», sagte Neff. Gleichwohl müsse sich ihr Event am neuen Ort noch etablieren, denn beim Stadthaus war der Anlass deutlich sichtbarer und erreichte entsprechend mehr Publikum. Das tat dem Erfolg des Theatertags aber keinen Abbruch.