Interview
Dritte Staffel der SRF-Serie «Wilder»: Was ist los mit Kägi?

Die beliebte SRF-Serie «Wilder» kommt diese Woche mit einer neuen Staffel zurück. Im Interview verrät Marcus Signer, was eigentlich mit dem geheimnisvollen Bundespolizisten Manfred Kägi los ist.

Daniel Fuchs
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«Man schöpft ja immer aus sich heraus für eine solche Rolle», sagt Marcus Signer, der Darsteller von Kägi.

«Man schöpft ja immer aus sich heraus für eine solche Rolle», sagt Marcus Signer, der Darsteller von Kägi.

Salvatore Di Nolfi/Keystone

Winter vor einem Jahr, Corona ist noch weit weg. In La Chaux-de-Fonds ist es bitterkalt. Kleiner Raum, trockene Luft, Erkältungssymptome. Während der Drehpausen für die dritte Staffel «Wilder» treffen wir die Beteiligten im Eisstadion zum Interview. Marcus Signer schnappt sich eine Mandarine und setzt sich zu uns an den Tisch.

Kalt draussen, das gehört irgendwie zu «Wilder», oder?

Marcus Signer: Ja, vor allem das Warten auf den Schnee. Und wenn er dann kommt, dann muss alles schnell gehen. Das war schon bei der ersten Staffel in den Alpen so. Und jetzt, bei der dritten im Jura. Lange mussten wir warten. Dann kam er, und wir konnten kurz drehen, ehe Sturm Sabine wieder alles wegblies.

Ihre Figur, Bundesermittler Manfred Kägi, der die Kriminalpolizistin Rosa Wilder (gespielt von Sarah Spale, Anm. der Redaktion) begleitet, lebt in einem Wohnwagen. Bekommen wir den Anhänger auch in Staffel 3 wieder zu sehen?

Ja, der gehört dazu. Das Ding ist ein luxuriöses Airstream-­Modell und kostet um die 200000 Franken, glaube ich. Ein echtes Liebhabermodell. Viel zu edel und pompös für mich. SRF hat ihn gemietet bei einem deutschen Anbieter. Der Servicemensch, der ihn angeliefert hat, mokierte sich ein wenig über uns, weil wir keine Ahnung vom Handling hatten. Wir wussten nicht, wo wir die Kurbel ansetzen mussten et cetera. Die Leute, die üblicherweise auf dem Set mit solchem Material «herumfiguretle», waren an selbem Tag nicht da. Und der Servicemensch dachte, ich sei der Sachverständige auf dem Platz. Das stellte sich als falsch heraus (lacht).

Wie wohnen Sie selbst?

Während der Dreharbeiten habe ich mir hier in La Chaux-de-Fonds ein Logis genommen, eine bescheidene Einzimmerwohnung. Ich mag es sehr hier, La Chaux-de-Fonds ist eine sehr spezielle Stadt, die an Abwanderung leidet. Trotzdem – und das überraschte mich – gibt es eine äusserst lebhafte Independent-Kulturszene.

Im Wohnwagen schlafen wäre nichts für Sie?

Ich würde gerne so wohnen. Doch das Problem mit solchen Wägen ist, dass du dafür einen Stellplatz brauchst und dich anmelden musst. Nicht so wie Kägi, der den Trailer einfach auf einer Juraweide abstellt. Im echten Leben kriegst du so nur Ärger.

Ist Ihr Rollkragenpulli, den Sie jetzt gerade tragen, privat oder gehört er zum Kostüm?

Ganz klar Kostüm. Ich kann nicht sagen, wie viel Signer in Kägi steckt und umgekehrt. Aber sicher ein Teil. Man schöpft ja immer aus sich heraus für eine solche Rolle. Und wird ein wenig zu dem, was man darstellt. Das gehört dann zum Repertoire des Charakters, der Persönlichkeit. Das verändert sich immer auch ein wenig.

Wer ist er eigentlich, dieser von Ihnen gespielte Manfred Kägi?

Über seine familiären Hintergründe wird bereits in Staffel 2 einiges verraten, weil sein Neffe, der Sohn seiner psychisch labilen Schwester, in die Klemme gerät. In Staffel 3 wird Kägi mehr von seiner beruflichen Vergangenheit eingeholt. Durch den Fall ergibt es sich, dass Kägi selbst in Bedrängnis gerät.

Er empfindet ja Zuneigung zu Rosa Wilder. Was ist daran?

Rosa ist in einer Beziehung zu jemand anderem und hat einen Sohn aus einer früheren Partnerschaft. Kägi ist eher auf Männer fixiert. Er hatte einen Freund, der gestorben ist. Das wird nicht offiziell gesagt in der Serie, aber angedeutet.

Kägi scheint endlich das Rauchen aufzugeben. Oder tut er nur so?

Ja, tatsächlich, er versucht sich das Rauchen abzugewöhnen.

«Wilder», Staffel 3, ab Dienstag auf SRF1 und Play Suisse.