Wie die Nationalbibliothek am Dienstag mitteilte, war der unter dem Namen Eduard Schweizer geborene St. Galler die erste Person, welche die Schweiz aus der Luft fotografierte. Ab den 1890-er Jahren stieg er mit seinen Ballons auf und fotografierte von oben.

Rund hundert seiner Aufnahmen zeigt die Landesbibliothek in ihrer Ausstellung, die am Donnerstag eröffnet wird. Ein Teil des Spelterini-Nachlasses befindet sich in der Graphischen Sammlung der Landesbibliothek.

Was mit Fotos aus Ballonen begann, ging mit Bildern vom Hals von Brieftauben, aus Flugzeugen, Satelliten und Drohnen weiter. Die Nationalbibliothek stellt dazu die Frage, wie eine Gesellschaft damit umgeht, wenn der Blick von oben allgemein zugänglich wird. Oft wurden Flugaufnahmen beispielsweise für militärische Zwecke verwendet. "Sicht ist Macht", heisst es dazu in der Ausstellung.

Besuchern wird in der Schau die Frage gestellt, ob aus ihrer Sicht Drohnen einen Fortschritt bedeuten oder ob sie Werte bedrohen. Auf einer Wand können sie mit Hilfe von Zetteln anzeigen, wo zwischen diesen beiden Positionen die surrenden Geräte anzusiedeln sind.

In der Ausstellung lässt sich auch ein "Dronie" machen. Das ist ein Selfie aus einer an einer Drohne befestigten Kamera. Und bei Spelterinis Fahrt über die Alpen kann man mit Hilfe einer speziellen Brille virtuell dabei sein.

Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehört eine Diskussion mit dem Titel "Luftbild und Demokratie" und eine Führung zu den Luftaufnahmen des Bundesamts für Landestopografie "swisstopo". In Zusammenarbeit mit Letzterem hat die Landesbibliothek die Ausstellung konzipiert. Sie dauert bis zum 28. Juni.