Kultur

Der Kultursommer beginnt jetzt – ein Überblick über Veranstaltungen in der Zentralschweiz

Ab dem 6. Juni und bis in den Sommer hinein finden in der Region Kulturveranstaltungen statt: Wir geben hier einen Überblick von bereits bestätigten Veranstaltungen und Festivals bis in den Sommer hinein.

Gleich ab Samstag, wenn wieder Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen zugelassen sind, finden in der Region Konzerte und Theateraufführungen statt. Ein erster Überblick:

Luzerner Theater: Live vor und in der Box

Das Luzerner Theater zeigt ab morgen live die zweiwöchige Theaterinstallation «Nobody is an Island» in der Box. Ausgangspunkt ist das Stück «Solitude», das vor dem Lockdown Premiere hatte. Darin schloss sich ein Mann in seinem Zimmer ein und täuschte seinem Umfeld über Whatsapp-Nachrichten eine Brasilienreise vor. Das coronataugliche Quarantäne­-Setting ist Anlass, in Einzelperformances bis zum Ende der Spielzeit der Frage nachzu­gehen, was Körperlichkeit und Distanzierung bedeuten. Gespielt wird in der Kammer der – umgebauten – Box, bis zu 14 Zuschauer werden im überdachten Aussenraum platziert. Da die Performance 12 Stunden dauert und Sitzplätz für eine Stunde reserviert werden können, sind insgesamt rund 100 Besucher zugelassen.

So nicht! Das Luzerner Theater zeigt «Solitude» (Bild von der Premiere vom 24. Januar) jetzt in einer Coronaversion.

So nicht! Das Luzerner Theater zeigt «Solitude» (Bild von der Premiere vom 24. Januar) jetzt in einer Coronaversion.

Am Samstag, 10 bis 24 Uhr, erleben wir mit Schauspieler und Musiker André Willmund einen Tag im Leben des fiktiven Bra­silienreisenden aus «Solitude» mit. In den nächsten zwei Wochen treten Künstler aus allen Sparten im breiten Stilspektrum bis zu klassischen Texten auf. Schauspielerin Wiebke Kayser holt gar einen Zuschauer mit in die Box. Dass das übrige Publikum im Zwei-Meter-Abstand draussen bleiben muss, heisst nicht, dass das Theater dem Schutzkonzept misstraut, sagt Sandra Küpper: «Damit führen wir das Thema von Nähe und Distanz auch im Publikums­bereich weiter. Dazu gehört, dass das Publikum über Whatsapp mit dem Schauspieler kommunizieren kann.»

Schüür, Sedel, Südpol: Luzern rockt wieder

In der Stadt Luzern bilden drei Konzerthäuser für Rock- und Pop- und Dance-Veranstaltungen die Speerspitze des Neustarts nach dem Lockdown. Die Schüür, das Musikzentrum Sedel sowie das Kulturzentrum Südpol melden sich mit einigen spannenden Programmpunkten zurück aus der Coronapause. Als eines der ersten Häuser hat die Schüür schon kurz nach der bundesrätlichen Information von Ende Mai angekündigt, dass es gleich am 6. Juni weitergeht mit regelmässigen Gigs. Den Auftakt machen die Aargauer Post-Rocker von Leech, die nach fast drei Monaten Zwangspause den Konzertsaal wieder zum Vibrieren bringen werden. Das Dürsten der Rock-Fans nach dem Liveerlebnis war gross, das Konzert innert kürzester Zeit ausverkauft. Es folgen in den Wochen danach Sommerkonzerte in der Gartenbeiz. Unter anderem spielen am 10. Juni Julia Heart, Sam Himself am 12. Juni und El Ritschi am 4. Juli. Am 26. Juni holt Philipp Fankhauser den abgesagten Schüür-­Gig seiner diesjährigen «Let Life Flow»-Tour im Saal nach. Etwas gemächlicher und leicht verzögert geht das Musikzentrum Sedel den Relaunch an. Am Freitag, 12. Juni, eröffnet die Luzerner Rock-Combo Zipper den Sedel-Konzertsommer, der überwiegend aus Bands aus dem hauseigenen Fundus bestehen wird. Die übliche Pause während der heissesten Zeit des Jahres wird es nicht geben. Der Südpol meldet sich am 6., 12. und 13. Juni mit drei Daydances in der Shedhalle und auf der Terrasse zurück aus dem Lockdown. Auch das obligate Sommerfest mit Musik und Performances findet nun statt, und zwar am Freitag, 26. Juni. Danach bleibt das Haus bis Mitte August wegen Umbauarbeiten geschlossen.

Sommerklänge Zug: Alles im Zephyr-Hangar

Die Sommerklänge Zug finden wie vorgesehen an den fünf Sonntagen vom 5. Juli bis zum 2. August statt – allerdings mit einem veränderten Konzept. So finden die Konzerte nicht an wechselnden Kulturstätten, sondern an einem Ort statt: dem Zephyr-Hangar der V-Zug. Dessen krönender Holzhallenaufbau steht während eines kurzen Zeitfensters noch leer, ermöglicht mit seinen gewaltigen Dimensionen die Einhaltung von Abstandsregeln und beeindruckt durch seine Akustik. Neben dem Ensemble Chamäleon treten das Calmus-Ensemble («Heimat»), der bekannte Sänger Ian Bostridge («Winter­reise»), das Akkordeon-Duo Draeger/Simbirev sowie ein Streichquintett (mit dem Schubert-«Mysterium») auf. www.sommerklaenge.ch

Stradivarifest Gersau: Coronataugliches Fest

Das Stradivarifest Gersau profitiert davon, dass es klassische Musik an ungewöhnlichen Orten zur Aufführung bringt, die zum Teil «open air» und damit coronatauglich sind. So spielt das Stradivari-Quartett mit Gästen auch dieses Jahr vom 22. bis 26. Juli bei Sonnenuntergang direkt am Vierwaldstättersee oder auf dem See selber, auf dem «Nauen Republik SZ46». Aber auch die traditionellen Konzerte in der Kindli-Kapelle und in der Pfarrkirche St. Marzellus finden statt. www.majaweber.com

KKL Luzern: Sinfonischer Klang

Jetzt steht definitiv fest, wann die ersten Konzerte im Konzertsaal des KKL stattfinden – mit gut 200 Besuchern, weil in der zugelassenen Zahl von 300 Musiker und Staff mitgezählt werden. So führen die Festival Strings Lucerne ein erstes Konzert am 21. Juni auf, nicht als Studiokonzert im «Schweizerhof», sondern im KKL vor Publikum. Die Besetzung beschränkt sich auf Streicher und Klavier, Solistin ist die Géza-Anda-Preisträgerin Claire Huangci. Klar ist jetzt, dass das Solistenkonzert des Luzerner Sinfonieorchesters (mit Solisten der Musikhochschule) am 23. Juni im Konzertsaal des KKL gemäss Schutzkonzept durchgeführt werden kann. Für einen sinfo­nischen Klang – unter anderem in Tschaikowskys erstem Klavierkonzert – sorgt eine Besetzung mit 50 Musikern inklusive Bläsern.

Ausstellung Museum1: Performance goes wild

Eine Performance auf der Brache in Adligenswil. Das Museum1 lädt morgen Samstag zur Eröffnung der neuen Ausstellung «Urban Search, Decadent Rescue» mit Barbara Hennig Marques und Olivia Lecomte. Gestartet wird um 14 Uhr mit der Ausstellung und um 14.30 Uhr mit der Performance. Wer oder was hier gerettet wird? Das verrät der Titel leider nicht. Aber man darf gespannt sein, denn man kennt das Duo bereits von seinen Performances am Löwendenkmal, zu sehen im Netz unter @lionmonument_21. Die Ausstellung auf der Adliger Brache verbindet Fotografie und Video. Die beiden Künstlerinnen haben intensiv vor Ort gearbeitet und laden nun zu einer Erkundungstour ein. Die Museumsbrache von 4000 Quadratmetern bietet zudem viel Platz für Social Distancing. Ausstellung bis 4. Juli. Das Museum1 ist täglich 24 Stunden zugänglich. Bei der Posthaltestelle Chli­äbnet. www.museum1.ch

Kunstraum Hochdorf: Künstlerduo Alma

Und noch mal Kunst abseits der City. Im Kunstraum Hochdorf geht am 14. Juni, 16 Uhr, eine Ausstellung mit dem Künstlerduo Alma auf. Alma, das sind Max M. Frei und Alf Hofstetter. Ein Künstlerpaar, das seit Jahren sowohl mit seinem malerischen als auch mit seinem performativen Werk in Erscheinung tritt. Die kommende Ausstellung im Kunstraum Hochdorf ist dem Vergrössern gewidmet. Das Duo legt Vergrösserungen als Bildteppich am Boden aus und verfremdet so die Ursprungsbilder. Galerist Henri Spaeti: «Die Ausstellung ist auf Expansion angelegt. Das für Alma übliche A6­Format, diskret an der Hauptwand präsentiert, erfährt durch den Bilderteppich am Boden eine provokative Erweiterung und findet in einem überdimensionierten Wandbild einen räumlichen Abschluss.» Bis 12. Juli. www.kunstraum-hochdorf.ch

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