Luca Hänni

Das grosse Comeback der Schweiz am Eurovision Song Contest

Luca Hänni hat mit dem Song «She Got Me» beim Eurovision Song Contest den fantastischen 4. Platz erreicht. Damit knüpft der Berner an glorreiche vergangene Zeiten an.

Nach der Punktevergabe ist Luca Hänni überglücklich. «Was für eine unglaubliche Platzierung», sagt er. «Wir haben so irrsinnig viel erreicht und ich hoffe, die Schweiz ist stolz auf mich. Ich freue mich unendlich und sage einfach danke.» Der 24-jährige Berner Sänger und Tänzer hat mit seinem Auftritt im Finale das Publikum begeistert und mit dem 4. Platz das beste Schweizer Ergebnis seit 26 Jahren erreicht. 1993 wurde Annie Cotton für die Schweiz Dritte. Mit Ausnahme der Girlband Vanilla Ninja (Rang 8) schaffte es seither kein Schweizer Beitrag mehr in die Top 10. Schon allein die Finalteilnahme ist für Luca Hänni ein Riesenerfolg, denn seit der Einführung der Vorausscheidungen ist die Schweiz elfmal ausgeschieden. Sie ist das Land, das am häufigsten schon im Halbfinal hängen blieb.

Schon im Halbfinal auf Platz 4

Nach Jahren der Niederlagen, der Flops und Peinlichkeiten erlöst Luca Hänni die geschundene Schweizer Seele aus der Eurovisions-Depression. Wir sind wieder wer. Luca Hänni knüpft damit an jene glorreichen Zeiten an, in denen die Schweiz beim europäischen Gesangswettbewerb regelmässig die vorderen Plätze belegte. Luca Hänni hat für ein Comeback der Schweiz im Kreis der erfolgreichsten Eurovisions-Länder gesorgt. Die gute Platzierung ist umso höher zu bewerten, als heute die Konkurrenz viel grösser ist. Luca Hänni musste sich nur vom holländischen Siegerlied «Arcade» von Duncan Laurence, von Italien (Mahmood: «Soldi») und Russland (Sergei Lasarew: «Scream») geschlagen geben und liess 22 Konkurrenten hinter sich.

Nach dem Auftritt im Halbfinal stieg Luca Hänni bei den Wettprognosen bis auf Platz 2 vor, was sogar gewisse Siegesgelüste weckte. Der Holländer Duncan Laurence war im Final dann aber nicht zu schlagen. Sein Sieg ist keine Überraschung: Die Ballade «Arcade» wurde von Anfang an und völlig zu Recht als Favoritin gehandelt.

Interessant ist, dass Luca Hänni zwar schon im hochkarätigen zweiten Halbfinal auf Platz 4 lag. Im Final überholte er dann aber die Songs von Nordmazedonien (Tamara Todevska: «Proud») und Schweden (John Lundvik: «Too Late for Love»), die im Halbfinale noch vor Hännis «She Got Me» platziert waren. Luca Hänni konnte gegenüber dem Halbfinale also nochmals einen Zacken zulegen und überzeugte mit seinem fulminanten und beherzten Auftritt vor allem das Publikum. Nach der Jury-Bewertung, die einen Tag früher abgelegt wurde, lag Hänni noch knapp in den Top 10.

Vor allem Madonna sang schief

Das Niveau der 26 Finalisten war so hoch wie schon lange nicht mehr am Eurovision Song Contest. Schiefe Töne waren jedenfalls vor allem von Superstar Madonna bei ihrem Hit «Like a Prayer» zu hören. Danach präsentierte die Amerikanerin mit dem amerikanischen Rapper Quavo ihren neuen Song «Future» und wechselte dabei zu Playback und Autotune. 1,3 Millionen soll der Auftritt gekostet haben.

Autor

Stefan Künzli

Stefan Künzli

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