Zum Gedenken

«Danke, Marie, danke für alles»: Roxette-Sängerin ist tot – so trauern ihr Band-Partner und die Popwelt

«Du warst eine wunderbare Freundin in über 40 Jahren»: Mit berührenden Worten nimmt Per Gessle vom schwedischen Hit-Duo Roxette Abschied von seiner musikalischen Partnerin Marie Fredriksson. Die 61-Jährige starb nach einer jahrelangen Krebserkrankung.

Ihre Stimme prägte die 90er-Jahre. Über 75 Millionen Tonträger hat Marie Fredriksson,
die Sängerin und Frontfrau des schwedischen Pop-Duos Roxette, zusammen mit Gitarrist und Komponist Per Gessle verkauft. Roxette zählte damit zu den erfolgreichsten Bands der Dekade.

Auf der offiziellen Facebook-Seite wurde der Tod von Marie Fredriksson ebenfalls bestätigt. Auf schwarzem Grund prangen seit Dienstagmittag die Lebensdaten der Sängerin:

Marie Fredriksson ist 1958 geboren und studierte an der Musikhochschule im südschwedischen Svalöv. 1986 gründete sie mit Per Gessle das Pop-Duo Roxette. Den weltweiten Durchbruch schafften die Beiden 1989 mit dem Hit «The Look» aus dem Album «Look Sharp». Danach reihte das Duo mit Songs Hit an Hit. In den USA erreichte die Band vier Nummer-1-Hits. Nach «The Look», «Listen to Your Heart»,«It Must Have Been Love» (Soundtrack zum Film «Pretty Woman») und «Joyride» (1991). Nur wenige nicht-amerikanische Musiker haben das geschafft. Nach ABBA wurde Roxette zum erfolgreichsten Popexport der schwedischen Hitindustrie.

Nachdem die letzte Tournee hatte abgesagt werden müssen, schrieb sie den Fans:

Perfekte Durchschnittlichkeit

Marie Fredriksson und Per Gessle haben mit ihren Liedern das Rezept für den erfolgreichen Radio-Song geschaffen. Mit Melodien, die so eingängig sind, dass sich schon beim ersten Höreindruck eine Vertrautheit einstellt. Dabei erfüllen die Lieder die Anforderungen der sogenannten Durchhörbarkeit: Sie ecken nicht an, tun niemandem weh, fallen aber auch nicht durch besondere Originalität auf. Etwas Rock, aber bitte nicht zu viel, etwas balladeske Emotion, aber bitte keinen Überschwang. Roxette zielte auf
den Geschmack der breiten Masse und traf ihn auch.

In dieses rund geschliffene Konzept passte die Stimme von Marie Fredriksson perfekt. Sie sang gut, ja makellos, aber das besondere Etwas fehlte. Die Fans haben es nicht vermisst. Bei Roxette war die Durchschnittlichkeit Programm, die Mässigung kommerzielles Kalkül. Gestoppt wurde der schwedische Hitexpress erst als 2002 bei Fredriksson Krebs (Hirntumor) diagnostiziert wurde und sie nur noch sporadisch auftreten konnte.

Vor zehn Jahren gab Roxette das vielbejubelte Comeback bekannt und knüpfte 2011 mit dem Album «Charm School» und einer Welttournee an die grossen Erfolge an. Der Krebs war aber nicht besiegt. 2016, beim 30-jährigen Bandjubiläum, musste die geschwächte Marie Fredriksson die Tournee im Sitzen absolvieren und die Ärzte rieten ihr, künftig nicht mehr auf Tour zu gehen. Am 8. Februar 2016 in Kapstadt fand das letzte Konzert statt. Alles musste abgesagt werden und Fredriksson zog sich vom Musikgeschäft zurück.

«Danke Marie, danke für alles! Du warst eine herausragende Musikerin, eine grossartige Sängerin und aussergewöhnliche Performerin. Du hast meine schwarz-weissen Lieder mit den schönsten Farben ausgemalt», schrieb Per Gessle in den sozialen Medien. Marie Fredriksson ist am Montagmorgen, nach 17-jährigem Kampf, im Alter von 61 Jahren an ihrem Krebsleiden gestorben.

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Autor

Stefan Künzli

Stefan Künzli

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