Grenchen
Zwischenhalt für einen Pilger

Gut hundert Bekannte, Freunde und Interessierte besuchten die Buchvernissage von Peter Wullimann in dessen Atelier. Für ihn ging ein Herzenswunsch in Erfüllung.

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Wullimann

Wullimann

Grenchner Tagblatt

Urs Byland

Dichtgedrängt steht das Vernissagenpublikum im Atelier von Peter Wullimann. Mittendrin die 77 Jahre alte Hauptperson, die mit starken Sehstörungen leben muss. «Ein künstlerisches Schaffen ist im Moment nicht möglich», erklärt er. Er sei deshalb aber nicht bedrückt. «Ich konnte 50 Jahre sehr intensiv arbeiten, und für diese Zeit bin ich dankbar.»

An diesem Abend geht für ihn ein Herzenswunsch in Erfüllung. Das 108 Seiten starke Buch «Es ist noch Raum da» vereint Abbildungen seiner Arbeiten mit Gedichten und Texten, die ihn zu den Bildern inspiriert hatten, sowie eigene Gedanken. Der Titel entstammt der Beschreibung einer Pilgerreise im 17. Jahrhundert. Mit dem Buch erfährt der Leser und Betrachter etwas über den Hintergrund von Peter Wullimanns Schaffen.

Freunde Peter Wullimanns

Bis es jedoch soweit war, das Buch gebunden und abgepackt zum Verkauf bereit stand, dauerte es fünf Jahre, wie Anna Messerli berichtet. «In diesem Fall passt ein Sprichwort bestens: was lange währt, wird endlich gut.» Jahrelang sei nicht sicher gewesen, ob das Werk zustande kommen würde. «Vor zwei Jahren schlossen wir uns zusammen zur Gruppe Freunde Peter Wullimanns. Nun bündelten wir die Kräfte und machten jede Woche Fortschritte.»

Viel Arbeit bewältigte in den letzten beiden Jahren Künstlerin Doris Wehrli, Ateliernachbarin von Wullimann. Sie verstand es, seine Gedanken zu Papier zu bringen. «Ich habe nur aufgeschrieben, was er im Gespräch sagte, und ich habe seine Notizen gesammelt.»

Schlüsselerlebnis

Das Vorwort im Buch wie auch die Vernissagerede stammen von Rainer W. Walter, langjähriger Freund von Peter Wullimann. Mit dem Künstler verbinde ihn ein Schlüsselerlebnis. Als dieser 1965 ein Praktikum als Lehrer im Eichholzschulhaus absolvierte, lud er ihn und seine Schulkollegen zu
seiner ersten Ausstellung in Evilard ein. «Die Ausstellung wurde zu jenem Ort, an dem wir in Peters Kunst eine hörbare Übersetzung unserer eigenen Sprache entdeckten.»

www.wullimann.com

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