Konzert
Züri West spielen in der Kaserne in Basel neue Songs und alte Hits

Die Berner Mundartrocker von Züri West gastierten gestern Abend mit ihrem neuen Album «Göteborg» und all ihren alten Hits in der ausverkauften Basler Kaserne.

Tumasch Clalüna
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Züri West spielten in der Basler Kaserne
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Züri West spielten in der Basler Kaserne

Juri Junkov

Die Bühne ist in violettes Licht getaucht, bunte LED-Stäbe hängen von der Decke und der Raum vor der Bühne ist gestossen voll. Die Kaserne ist ausverkauft, trotz Champions League Finale und sommerlichem Wetter denn immerhin kehren die bekanntesten Vertreter des Berner Mundartrock nach vier Jahren nach Basel zurück.

Doch erst mal bedanken sich Steffi Klär von der Kuppel und Sandro Bernasconi von der Kaserne ausgiebig bei den Freunden der Live-Musik, das Konzert wird von beiden Veranstaltern in Kooperation durchgeführt.

Hit um Hit und das neue Material

Dann betritt die Band die Bühne und legt gleich los mit einem rockigen Opener, der Druck stimmt, der Klang auch, also kann es los gehen mit dem ersten Klassiker «Blues», natürlich von ihrem Jahrhundert-Album, das damals gleich hiess wie die Band: Züri West und sie auf einen Schlag wieder ins Bewusstsein der Schweizer katapultierte.

Der zweite Song stammt von ihrem neuen Album «Göteborg», das seit fast zwei Monaten im Handel ist, und auch so heisst. Eine humorvolle Beschreibung des Umstands, dass einem Songtexte immer im falschen Moment einfallen, gespickt mit Seitenhieben an Kollegen aus der Berner Mundartszene.

Ein Grossteil des Publikums kennt den Song bereits in- und auswendig, genauso wie alle anderen Stücke, die an diesem Abend gespielt werden. In lockerer Folge spielt die Band Hit um Hit und dazwischen eingestreut das neue Liedmaterial, sodass man immer ein wenig das Gefühl hat, man kenne eigentlich alles, es sei so wie früher, so wie immer. Und auch am Gesang von Frontmann Kuno Lauener wird sich sicherlich nichts mehr ändern. Mehr gesprochen als gesungen haucht er seine Texte ins Mikrofon.

Eine Tribute-to-Züri-West-Show

Zu Beginn macht das Ganze einen etwas zu abgeklärten, fast schon distanzierten Eindruck. Das mag auch am Licht liegen, das bis zur Hälfte des Konzertes zwischen Blau und Violett hin- und herwechselt und die Gesichter der Musiker kaum zu erkennen sind.

Erst mit einer ziemlich rockigen Variante von «Elvis» und «Güggu» bricht das Eis – Band und Publikum feiern gemeinsam durch die Bandgeschichte. Die endet allerdings anfangs der neunziger Jahre, älteres Material spielt die Band nicht mehr, wo sollten diese Stücke denn überhaupt noch Platz finden.

Nach knapp eineinhalb Stunden soll dann plötzlich Schluss sein. Doch alle wissen: Ohne den grössten aller Hits «I schänke Dir mis Härz» wird diese Band Basel mit Sicherheit nicht verlassen.

Schlussbouquet

Zwar macht es den Eindruck, als wäre Lauener stimmlich nicht mehr ganz fit, bei «Traffik» jedenfalls, immer noch der Song mit dem grössten Rockpotenzial, scheint er die oberen Töne nicht mehr zu treffen, aber dem Publikum ist es egal. Zu gefühlten acht Zugaben klatscht es die Band auf die Bühne zurück und der macht es riesigen Spass, so richtig abgefeiert zu werden.

Schliesslich folgt das Schlussbouquet mit besagtem Superhit und dem passenden «I verabschiedemimau». Das Publikum strömt glücklich und erfüllt in die laue Nacht: Es war genau so, wie erwartet. Kein Song, der nicht gespielt wurde, Kuno Lauener ist noch immer der charmanteste Schweizer Rocksänger und Züri West spielen inzwischen fast eine Tribute-to-Züri-West-Show. Das nächste Mal in Basel bereits wieder am 25. August.