Würdiger Abschied von zehn Jahren Kleinmuseum Kappel

Nach zehn Jahren Kleinmuseum Kappel am Albis fiel der Abschied nicht leicht. Am vergangenen Freitag traf man sich zum letzten Mal in den Räumen im alten Kappeler Schulhaus.

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Kleinmuseum

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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Marianne Voss

Dank und Anerkennung standen am vergangenen Freitag an der Abschiedsfeier vom Kleinmuseum in Kappel am Albis an erster Stelle. Vorstandsmitglieder und Freunde der GGA (Gemeinnützige Gesellschaft des Bezirks Affoltern) und Gäste aus der nahen und fernen Umgebung waren zu diesem auch von etwas Wehmut geprägten Anlass gekommen. Walter Leuthold, Präsident der Arbeitsgruppe Kleinmuseum, dankte seinem Team und allen, die immer wieder tatkräftig mitgeholfen hatten. GGA-Präsident Edi Waldesbühl dankte der Arbeitsgruppe für ihren langjährigen engagierten Einsatz. Und auch Andreas Müller, Präsident des Vereins Kappelerhof, verteilte Rosen.

Zehn Jahre lang wurde das Kleinmuseum durch die GGA in Räumlichkeiten des alten Schulhauses neben beim Kloster Kappel betrieben. Nun wird die Liegenschaft, die sich im Besitz des Vereins Kappelerhof befindet, umgebaut. Nach den Informationen über die Ausbaupläne hat sich der Vorstand der GGA grundsätzliche Überlegungen zum Fortbestand des Museums gemacht und sich entschieden, das aufwändige Projekt Kleinmuseum aufzugeben. Nun werden die Leihgaben an ihre Besitzer zurückgegeben. Andere Stücke finden in Ortsmuseen der Umgebung eine neue Heimat.

Ausstellungen zu wechselnden Themen

Anlässlich der Finissage hielt Walter Leuthold Rückschau. Die erste Idee eines regionalen Museums sei in der GGA bereits vor 40 Jahren entstanden. Man habe Gegenstände gesammelt und im Bezirksspital zum Thema «Bauernalltag» eine erste erfolgreiche Ausstellung durchgeführt. Danach suchte die GGA nach Räumen für die Gegenstände und konnte vor gut zehn Jahren den Mietvertrag mit dem Verein Kappelerhof unterschreiben.

Am 24. Juni 1999 wurde das Kleinmuseum mit einer Ausstellung zur früheren Landwirtschaft und Schule eröffnet. Ein Museum muss sich aber durch wechselnde Themenschwerpunkte attraktiv darstellen. Das bedeutete für die Arbeitsgruppe eine grosse Herausforderung. Mit viel Aufwand und Herzblut realisierte die Gruppe in den folgenden Jahren Ausstellungen zum Weinbau im Knonauer Amt, zu Säuliämtler Trachten, zu Hüten aus aller Welt, zur Geschichte des Klosters Kappel und zuletzt zur Seidenindustrie.

Diese letzte, sehr attraktive Ausstellung wurde an der Finissage nochmals eingehend bewundert. Auch Ronald Weisbrod aus Hausen, von dessen Weberei viele Dokumente und Stoffe stammen, war anwesend. Erfreulicherweise muss diese Sonderaustellung nicht abgeräumt, sondern nur verschoben werden. Der Museumsverein Bellikon (AG) übernimmt die Ausstellung gerne, um sie in seinem Ortsmuseum zu zeigen.

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