Unvergesslicher Mutterschiff-Törn
Unvergesslicher Mutterschiff-Törn

Die 8. Ausgabe des Open Air Mutterschiff ist Stoff fürs Logbuch. Die Masten entschwinden am Horizont, im Hafen ist Ruhe eingekehrt – das Open Air Mutterschiff hat abgelegt.

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Openair in Menziken
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Openair in Menziken

Katja Schlegel

So etwas haben die Mutterschiff-Passagiere noch nie gesehen: Ein Käfig, behängt mit Pfannen, Kesseln, Strassenschildern und Kuhglocken, mittendrin zwei Männer, die mit dampfenden Leibern auf all den Abfall einprügeln, hämmern, trommeln: Bubblebeatz. Das Publikum zuckt mit, in Ekstase versetzt, begeistert.

Bubblebeatz - die Abräumer

Trommeln, trommeln und nochmals trommeln. Das ist Bubblebeatz aus der Ostschweiz. Am Mutterschiff-Openair in Menziken begeisterten sie damit das Publikum. Hier gehts zum Video.

Gruselgeschichten an Bord

Am Samstag lassen «Vagalatschk» den Zuschauern mit ihren balkanischen Gruselmärchen zwischen Metzgerei, Friedhof und Bordell Schauer über den Rücken jagen. Die moçambikanische Sängerin «Nilsa» definiert indessen den Begriff «Energiebündel» neu: Alles tanzt, die Frau, die Zöpfchen, die Fäden an ihrem Top; sie schlängelt sich, kreiselt, hüpft und trippelt über die Bühne. Ergänzt werden die Auftritte auf der Hauptbühne von «Camero», dem grossartigen Beatboxer und Entertainer aus der Ostschweiz.

Dann ist es plötzlich Samstagabend. Mitternacht ist vorbei, vereinzelte Feuerwerke zerfliessen im Dunkeln. Das Ende naht. Auf die Bühne kommt «Knackeboul», Rapper und Wortakrobat aus Langenthal. Er ist ein Meister der Improvisation, in einem Affenzahn schüttelt er Rhymes aus dem Ärmel. Setzt seinen Text laufend aus Begriffen zusammen, die ihm das Publikum auf die Bühne schmeisst: Menziken, Kölliken, ein Run-Dmc-Shirt, das Sackmesser eines Gastes. Die Zuhörer sind hin und weg. Und dann ist der Moment da. Kurz nach zwei Uhr morgens. Das Mutterschiff reisst an den Ankerketten, die offene See wartet. Bis zum nächsten Jahr.