Basel

Sportmuseum macht mobil

Das Sportmuseum Schweiz geht mit mobilen Ausstellungen zum Publikum. (Bild: Archiv)

Sportmuseum

Das Sportmuseum Schweiz geht mit mobilen Ausstellungen zum Publikum. (Bild: Archiv)

Als «mobiles Museum» ist das Sportmuseum an Sportveranstaltungen präsent. Längerfristig möchte es seine gesamte Sammlung als Lagerausstellung zugänglich machen.

Ursula Haas

Dass in der Museumsstadt Basel auch das Sportmuseum Schweiz steht, ist vielen Museumsgängern unbekannt. Tatsächlich liegt das Haus an der Missionsstrasse 28 in der Kulturlandschaft etwas im Abseits: «Sport und Kultur werden oft noch als Gegensatzpole wahrgenommen», sagt Gregor Dill, Leiter des Sportmuseums.

Er beobachtet aber einen erfreulichen Trend: «Eine jüngere Generation von Kulturschaffenden hat entdeckt, dass ein Sportevent einen eigenen Ausdruck hat, wie ein Kunstwerk.» Dies kommt dem Sportmuseum, das sich früher zwischen Stuhl und Bank sah, sehr entgegen. Seit 2005 setzt man auf die Karte mobiles Museum: «Eine ordentliche Museumslösung mit Fest- und Wechselausstellungen ist für ein Sportmuseum eher ineffizient», sagt Dill. Das Zielpublikum, die Sportliebhaber, mache verständlicherweise lieber selber Sport oder besuche Sportveranstaltungen statt Museen.

Ausstellung zu Turnerjubiläum

Deshalb macht das Sportmuseum mobil und sucht sein Publikum dort, wo es sich eh schon aufhält: An Sportveranstaltungen und im öffentlichen Raum. Diese Strategie geht bislang auf. Von den 214 789 Besuchern im Jahr 2008 besuchten über 95 Prozent die «mobilen» Angebote.

Eine der Wanderausstellungen wurde zum 175-Jahr-Jubiläum des Eidgenössischen Turnverbandes erstellt. Die Ausstellungsobjekte wurden dabei direkt in lange Holztische eingelassen und mit Verbundglas überdeckt. Ob die essenden und trinkenden Besucher sich dabei tatsächlich auf die Ausstellung konzentrieren?

«Die Frage nach der Interaktion von Besucher und Museumsobjekt stellt sich auch in herkömmlichen Museen», sagt Dill. Für das Sportmuseum sei es ein Mehrwert, wenn jemand, der sonst nie ins Museum geht, so mit einer mobilen Ausstellung in Berührung kommt.

Momentan wird an einer Unterwasserausstellung gearbeitet: «Wir konzipieren eine Wanderausstellung zum Thema Schwimm- und Badekultur, die in Hallenbädern gezeigt wird», sagt Dill. Und zwar nicht in einem separaten Raum, sondern die Bilder und Texte werden auf dem Sprungbock, im Garderobenspind oder sogar unter Wasser angebracht - als so genannte sportkulturelle Intervention.

Als weitere Neuerung plant das Sportmuseum, seine gesamte Sammlung als Lager zu öffnen. Eine solche Lagerschau hat für Dill einen entscheidenden Vorteil: «Ansonsten ist das Publikum von der Entscheidung ausgeschlossen, welche Objekte aus dem Lager es sehen möchte», sagt er. Und erhofft sich, dass so der Dialog zwischen Besucher und Sammlungsobjekten auf ganz andere Weise zustande komme.

Neuer Raum gesucht für Lager

Für die 130 000 Einheiten, die nun mehrheitlich im Hafengelände von Birsfelden lagern, wird ein Raum von etwa 500 Quadratmetern gesucht. Als Standort kommen sowohl Sport- wie auch Kulturperimeter in Frage. «Das Areal ums St. Jakob ist für uns eine Option», sagt Dill. Bereits sind Verhandlungen über ein mögliches Gebäude im Gange.

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