Albumtaufe
Nives Onori bringt mit ihrer Band jazzige Frische auf die Parterre-Bühne

Die Singer-Songwriterin Nives Onori hat sich in der Basler Musikszene etabliert. Der frische Sound ihrer Band gepaart mit poetischen Erzählungen begeistert ein Publikum zwischen Pop und Jazz. Heute tauft sie ihr Erstling «Nebbio» im Parterre Basel.

Franziska Zambach
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Nives Onori und ihre Band taufen ihren Erstling «Nebbio» im Parterre Basel.

Nives Onori und ihre Band taufen ihren Erstling «Nebbio» im Parterre Basel.

zvg/Constantine Emer

Angefangen hat alles mit Tracy Chapman - und einem Tagebucheintrag: «Liebes Tagebuch, ich möchte gerne singen können.» Diesen Wunsch schrieb Nives Onori bereits in frühen Jugendjahren nieder, schloss sich mit einem Ordner voller Tracy-Chapman-Liedern in ihr Zimmer ein und sang.

Seit sie 6 Jahre alt ist spielt sie Klavier. «Ich habe unermüdlich Cover gespielt», erinnert sich die 23-jährige Musikerin, die im beschaulichen Burg im Leimental aufwuchs. Die Faszination zum Jazz kam erst mit 18 Jahren. Nach ihrem Schulabschluss komponierte sie ihre ersten Lieder und begann ihr Studium an der Jazzhochschule in Basel im Bereich Klavier.

Angesteckt vom Seelenstriptease

Ihre ersten Auftritte hatte die talentierte Singer-Songwriterin auf kleinen Bühnen vor wenig Publikum - ganz alleine, so wie damals in ihrem Zimmer: Nives Onori mit ihrem Klavier oder ihrer Gitarre. Die Musikerin wirkte zerbrechlich auf der Bühne, doch ab dem ersten Akkord, den sie spielte, den ersten Zeilen, die sie sang, waren die Zuschauer in ihrem Bann. Sie bemerkten, da oben steht ein Mädchen, das von Herzen aus ihrem Leben erzählt, über Liebe und ihren Platz in der Gesellschaft - ehrlich, nachdenklich und immer mit einer Prise Humor.

«Vieles habe ich vom Tanztheater gelernt», erzählt die Laienschauspielerin, die am Jungen Theater Basel sowie an der Gessnerallee in Zürich mit dem belgischen Choreographen Ives Thuwis gearbeitet hat. «Du musst Vertrauen haben, dass das Publikum deine Ehrlichkeit schätzt», riet Thuwis ihr damals. Sie sei jedesmal erstaunt, wenn nach Auftritten Personen auf sie zukämen, angesteckt von ihrem Seelenstriptease und Gespräche mit ihr führten, die sonst nicht so entstehen würden. «Ehrlichkeit ist ansteckend», lacht sie.

«Noch viel zu entdecken»

Ein Highlight ihrer bisherigen Karriere war für Onori der Auftritt an der diesjährigen Bscene. Sie durfte im renommierten Basler Jazzclub Bird`s eye spielen. «Es war interessant, in dieser schönen Atmosphäre meine Musik neben Vollblutjazzmusikern zu spielen.» Sie versteht ihre Musik als eine Mischung von Pop und Jazz. «Ich mag es wenn diese zwei Stilrichtungen aufeinander treffen und sich gegenseitig inspirieren.»

Die bescheidene 23-jährige sieht sich aber, wie sie selbst sagt, noch nicht als Jazzerin. «Ich habe noch viel zu lernen, zu entdecken und zu erforschen.» Ihr Studium an der Jazzschule helfe ihr da sehr. Dort lernte sie auch ihre Bandkollegen kennen: Michael Anklin am Schlagzeug, Jan Sutter am Bass, Raphael Rossé mit Posaune oder Euphonium und Johannes Maikranz, der erst kürzlich zur Band gestossen ist, an der E-Gitarre. «Mit der Band haben sich die Stücke vor allem dynamisch verändert», sagt Onori. «Die Musik klingt jetzt voller.»

Verantwortung übernehmen

Die Bandbildung hat jedoch viel Zeit gebraucht. Die eher introvertierte Musikerin ist keine geborene Frontfrau. Sie stand bisher meist alleine vor Publikum, war sich noch nicht im Klaren, wie und ob sie eine Leaderfunktion einnehmen soll. Bald merkte sie jedoch, wie wichtig es ist, dass in einer Band jemand den Dialog auch anleitet und wenn nötig Entscheidungen trifft. «Ich habe mich für eine Mischung zwischen Frontfrau und Bandkonzept entschieden», sagt Onori, so können sich alle Bandmitglieder in die kreative Gestaltung einbringen.

Heute hört man eine Singer-Songwriterin, die ihre poetischen Erzählungen und subtilen Gesangsmodulationen von einer grossartigen Band mit hohem Esprit tragen lässt. Jazzeinflüsse und die facettenreichen Improvisationen verleihen den nachdenklichen Songs Frische und eine beschwingte Fülle. Die Band tauft das Album «Nebbio» am Samstag im Parterre in Basel.

Nives Onori, Support: Martina Linn, Parterre Basel, heute Samstag, Türöffnung 21 Uhr