Schloss Hallwyl
«Mehr Leben ins Schloss bringen»

Mehr Erlebnis, mehr Events, weniger klassische Wechselausstellungen: So könnte man die vermehrte Praxis des Museums Aargau inklusive Schloss Hallwyl in Kürze umschreiben. Im Schloss Hallwyl zum Beispiel wird den Besuchern immer am ersten Tag des Monats nach Feierabend ein sogenannter «Kulturhappen» serviert.

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Konservator Thomas Frei

Konservator Thomas Frei

Lenzburger Bezirks-Anzeiger

Thomas Bucher

Eine Kombination von Kultur und Kulinarik soll künftig den gewohnten, regulären Verlauf der Saison auf Schloss Hallwyl umrahmen. Thomas Frei, Konservator des Schlosses, lädt jeweils am ersten Tag des Monats zur Veranstaltungsreihe «Le Premier». «Die Besucher zahlen einen dem Anlass gerechten Eintritt. Darin enthalten sind ein ‹Amuse Bouche› und eine Degustation von Weinen der Weinhandlung Küferweg, Obfelden; dazu kommt dann ein besonderer Kultur-Happen», erklärt Frei das neue Teilkonzept. Zudem sei dann auch ein Teil des Museums frei zugänglich.

Salsa oder Pétanque im Schlosshof

Ein Crash-Kurs im Salsatanzen, ein Pétanque-Turnier oder ein Bogenbau-Kurs sind nur drei der geplanten «Kultur-Happen», die nach Möglichkeit im Freien stattfinden sollen. Am 1. Mai etwa interpretieren «Tel père, telle fille» Jazz-Balladen, während sich am 1. Juli alles um die verborgene Flora und Fauna im Seenger Ried dreht. Im Schloss selber wird ein Raum dem letzten Umbau des Schlosses (1910-1916) gewidmet. Ansonsten wird wenig an den bestehenden Ausstellungen geändert. Der jeweils für Wechselausstellungen genutzte, klimatisierte Raum im Vorderen Haus steht bis 2012 leer.

«Sumpftour» ums Schloss

Auch sonst distanziert man sich im Museum Aargau etwas von den klassischen Wechselausstellungen: Es profitieren begleitende Rahmenveranstaltungen und interaktive Erlebnisparcours. Als Nachfolger des beliebten Artus-Programms steht dieses Jahr im Hallwyl eine Sumpftour an. Ausgerüstet mit einem Exkursionskoffer inklusive Proviant unternimmt der Besucher einen Streifzug ums Schloss und auch zum Ried. «Wir möchten Geschichte, Kultur und Landschaft miteinander verknüpfen und in eine Symbiose bringen», so die Idee von Konservator Frei, wie er sie schon länger hegt. Der Parcours startet mit einem Posten zum Leben im Sumpfgebiet und endet bei einem Bauspielplatz im Schloss. Dort kann dann jeder seine eigene Traumburg aus Sand oder Bambus bauen.

Hofeintritt zur neuen Saison

Einer Entwicklung der letzten Jahre will Thomas Frei mit einem kleinen Eintritt Einhalt gebieten. «Das Museumscafé war ursprünglich als Verpflegungsort mit Kaffe und Kuchen für die Besucher des Schlosses gedacht», hält Frei fest. Heute sei das Café vermehrt von spontanen Gästen genutzt worden, die sich im Schlosshof aufhielten und das Museumscafé kapazitär in Spitzenzeiten an die Grenzen brachten. «Der Eintritt für den Schlosshof soll dieser Tendenz etwas entgegenwirken», hofft Frei. Weiter spiele hier mit rein, dass Museumsaktivitäten vermehrt im Innenhof stattfänden und das Schloss beleben sollen. Auf der anderen Seite sollen Stammgäste das Angebot der Saisonkarte (20 Franken) nutzen können.

Schloss Hallwyl: Saison 2010

Die Saison im Schloss startet wie gewohnt am 1. April, diesmal mit Geschichten zu einer alten Wappenscheibe. Jeweils an den weiteren 1. des Monats (ausser August) gibts die Veranstaltungsreihe «Le Premier», jeweils ab 17.30 Uhr. Weitere Daten (Auswahl): 11. April / 9. Mai / 13. Juni (Zigarrendrehen), 23. April (Vernissage der «Hallwyler Sumpftour»), 15. Mai (Schweizerischer Mühletag), 16. Mai (Museumstag), 19. Juni (Tanzschloss), 15. Juli bis 8. August (Open-Air-Kino).

Museum Aargau: Eine ganze Broschüre der Aargauer Museen stellt das vielseitige Angebot für Schulklassen im Museum Aargau vor, wozu das Schloss Hallwyl, das Kloster Königsfelden sowie die Schlösser Lenzburg und Habsburg zählen. Das museumspädagogische Angebot reicht von der einstündigen Führung bis zur vierstündigen Werkstatt, jeweils angepasst an die jeweilige Altersstufe.
www.museumaargau.ch

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