Kunst
Im Aargauer Kunsthaus dreht sich 2014 fast alles um die Sammlung

Als Highlight des Jahres präsentiert das Aargauer Kunsthaus die Pionierin der Moderne Sophie Taeuber-Arp. Sonst schöpft das Haus vor allem aus seinem reichen Fundus an Schweizer Kunst. Durchaus ideenreich.

Sabine Altorfer
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Die Installation «Internment Area» (2002) von Frédéric Moser und Philippe Schwinger wird in der Ausstellung «Desiderata» zu sehen sein.

Die Installation «Internment Area» (2002) von Frédéric Moser und Philippe Schwinger wird in der Ausstellung «Desiderata» zu sehen sein.

Aargauer Kunsthaus Aarau

Das Aargauer Kunsthaus besinnt sich im kommenden Jahr auf seine Stärke: seine hervorragende Sammlung an Schweizer Kunst. Und überrascht dazu noch mit zwei grossen Namen: mit dem Schriftsteller Robert Walser und der Künstlerin Sophie Taeuber-Arp.

Doch was heisst Sammlung? Angedacht ist keine Wiederholung der Schau, wie sie vor elf Jahren zur Wiedereröffnung im ganzen erweiterten Haus zelebriert wurde. Denn seither wurde die Sammlung durch Ankäufe und vor allem auch durch Schenkungen tüchtig erweitert. Diese Neuzugänge werden unter dem schönen, für einmal lateinischen Titel «Desiderata» präsentiert. Das meint gewünschte Dinge – es wird also eine Art verlängerte Weihnachts-Bescherung.

Neben «Desiderata» bekommt die Aargauer Manor-Kunstpreisträgerin 2013, Veronika Spierenburg, ihren Auftritt. Der Preis wird alle zwei Jahre an eine jüngere Künstlerin vergeben, verbunden mit einer Einzelausstellung. Ein solcher Auftritt in einem renommierten Haus ist beste Förderung, damit kann man sich beweisen. Die 1981 in Remetschwil geborene Künstlerin kündigt eine multimediale Installation an.

Begleitend zu den grossen Ausstellungen wird auch 2014 der «Caravan» jeweils irgendwo im Kunsthaus parkiert. In der Serie für junge Kunst bekommt jeweils ein Künstler, eine Künstlerin eine bescheidene Plattform.

Zwei Fixsterne: Walser und Taeuber

«Ohne Achtsamkeit beobachte ich alles. Robert Walser und die bildende Kunst» heisst es ab Mitte Mai. Robert Walser (1878–1956) ist ein Fixstern am Schweizer Kulturhimmel. Zu Lebzeiten wurde er von wenigen anerkannt, von heutigen Schriftstellern, Dramatikerinnen und eben auch bildenden Künstlerinnen und Künstlern aber wird er verehrt und immer wieder als Inspirationsquelle genannt. Neben Werken von Zeitgenossen Walsers sind aktuelle Künstlerinnen angekündigt, etwa Marie José Burki, Thomas Hirschhorn und Mark Wallinger.

Ab August gehört die Bühne des Aargauer Kunsthauses dann einer Zeitgenossin Walsers, Sophie Taeuber-Arp (1889–1943). Die Schweizer Künstlerin gehörte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den wichtigsten Erneuerinnen der Kunst. Wobei sie – wie viele ihrer Avantgarde-Kollegen – dem Ideal des Gesamtkunstwerkes nachlebte. Design, Textilentwurf, Inneneinrichtung und Kunst betrachtete sie als gleichwertig und sich gegenseitig befruchtend.

«Heute ist Morgen» behauptet der Titel – und verweist damit auch auf die noch immer gültige Wirkung ihrer leichten und doch geometrisch präzisen Kunstwerke. Gilt noch anzumerken, dass das Kunsthaus für diese Schau nicht nur auf Leihgaben angewiesen sein wird, sondern eben auch aus seiner Sammlung schöpfen kann.

Abschluss mit Aargauer Kunst

Aus der Kunstgeschichte zu schöpfen, ist bei den heutigen Künstlerinnen und Künstlern en vogue. «Nur zu!» Scheint das Kunsthaus sie aufzufordern und gibt ihnen bei «Docking Station» die Möglichkeit, mit der Aargauer Sammlung und jener der «Nationale Suisse» zu arbeiten.

Zum Abschluss des Jahres gehört das Aargauer Kunsthaus wieder den Aargauerinnen und Aargauern. Zur «Auswahl» können hier lebende oder mit dem Kanton verbundene Kunstschaffende ihre Werke einreichen.

Die Ausstellungen 2014

Desiderata. Neu in der Sammlung

25. Januar bis 21. April.

Veronika Spierenburg

25. Januar bis 21. April

Caravan: Matthias Wyss

25. Januar bis 21. April

Robert Walser und die bildende Kunst

10. Mai bis 27. Juli

Sophie Taeuber-Arp

23. August bis 16. November

Docking Station

23. August bis 16. November

Auswahl 14. Gast: René Fahrni

6. Dezember bis 4. Januar 2015