«Mit de Auge luege!» Das ermahnten einen die Eltern stehts in heiklen Umgebungen. Und auch heute noch macht einen in Kunstausstellungen eine laut piepsende Lichtschranke oder ein Aufseher darauf aufmerksam, wenn man einem Kunstwerk zu nahe kommt. 

An der Art gilt in den allermeisten Fällen dieselbe Regel. Doch an der Unlimited-Vernissage am Mittwochabend waren einige Besucher so neugierig, dass sie den Kunstwerken recht nahe kamen. Vielleicht liegt das auch daran, dass man viele davon geradezu erfahren muss, um sie zu verstehen. Die Unlimited ist jener Bereich der Kunstmesse, wo die übergrossen Werke zu sehen sind. 

Ein bisschen Liebe – aber bitte ohne Berührung

«Ich glaube, dieser Künstler will einen dazu bringen, das Kunstwerk zu berühren», sagt etwa jener Herr, der ganz ungeniert den gewaltigen, aus Plastik gegossenen Bartresen von Matthew Barney befühlt. Sieht toll aus, befindet er, «aber das macht es für mich noch nicht zu grosser Kunst.»

Diese ganz eigenen Interpretationen der Kunstwerke an der Unlimited wollten wir den Vernissagen-Besuchern entlocken. Viele waren auf den ersten Blick begeistert, vielleicht gar etwas verliebt. Es muss hier aber doch erwähnt werden, dass jene Liebe auch Grenzen hat: Berühren ist in den meisten Fällen an der Art Basel nämlich wirklich verboten.