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«Ein solches Fest passt zur Stadt»

Mister «Schliere-Fäscht»: OK-Präsident Rolf Wild (59) steht auf dem Schlieremer Kirchplatz, wo das «Schliere-Fäscht» 2011 steigen wird. Wild tritt die Nachfolge von Peter Suter an, der das Fest 1997 und 2005 organisierte. Hauptberuflich ist er Abteilungsleiter Finanzen und Liegenschaften in Schlieren. Er lebt getrennt und hat zwei erwachsene Töchter.

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Mister «Schliere-Fäscht»: OK-Präsident Rolf Wild (59) steht auf dem Schlieremer Kirchplatz, wo das «Schliere-Fäscht» 2011 steigen wird. Wild tritt die Nachfolge von Peter Suter an, der das Fest 1997 und 2005 organisierte. Hauptberuflich ist er Abteilungsleiter Finanzen und Liegenschaften in Schlieren. Er lebt getrennt und hat zwei erwachsene Töchter.

Warum Schlieren ein so grosses Stadtfest braucht und wie er die Marathon-Feier finanzieren will, erklärt OK-Präsident Rolf Wild im Interview. Die «Badenfahrt» oder das «Züri-Fäscht» will er aber nicht kopieren.

Sidonia Küpfer

Herr Wild, Sie sind OK-Präsident des «Schliere-Fäscht» 2011. Sind Sie selbst ein festfreudiger Mensch?

Rolf Wild: Ich kann Feste sehr geniessen, aber noch mehr freue ich mich, wenns den Besuchern gefällt. Das zu erreichen, reizt mich an dieser Aufgabe.

Im Gegensatz zu früheren Ausgaben, wird das «Schliere-Fäscht» 2011 nicht nur drei, sondern ganze zehn Tage dauern. Warum braucht Schlieren so ein grosses Fest?

Wild: Schlieren wächst und bekommt ein ganz neues Gesicht. Auf verschiedenster Ebene arbeiten diverse Personen daran, das Image von Schlieren zu verbessern. In den vergangenen Jahren waren wir ja eher die «Prügelkinder». 2011 werden das Zentrum und verschiedene Quartiere fertig gebaut sein - deshalb passt ein solches Fest. Mir ist wichtig, dass die verschiedenen Gruppierungen zusammenkommen.

Wie entstand die Idee zu einem solchen Grossanlass?

Wild: Ich wurde schon früher darauf angesprochen, dass ich der nächste OK-Präsidenten werden könnte. Darauf antwortete ich immer: «Wenn ich einmal das ‹Schliere-Fäscht› mache, dauert es bei mir zehn Tage». Die Idee ist also nicht neu.

Was gefiel Ihnen denn an den früheren Ausgaben des «Schliere-Fäscht» nicht?

Wild: Jedes «Schliere-Fäscht» für sich war genial. In meinen Augen kamen aber die Schulen zu kurz. Es gab schon immer wunderschöne Beizen und auch die Integration fand schon früher statt. Aber man wollte jeweils so viel in diese drei Tage pressen, dass eine gewisse Hektik aufkam.

Sie sind in Schlieren als Abteilungsleiter Finanzen und Liegenschaften angestellt. Laufen die Festarbeiten auf privater Basis?

Wild: Die Vorbereitungen passieren grösstenteils nebenamtlich. Sicherlich ist die Verwaltung nun stärker involviert als früher, das wollte ich auch explizit so. Und es ist klar: Für 2011 haben wir alle unsere Ferien bereits eingegeben.

Sie konnten am Mittwoch erste Hauptsponsoren nennen, letztendlich wird das Fest die Stadt Schlieren aber auch etwas kosten . . .

Wild: Natürlich wird das Schlieren etwas kosten, wenn wir nur schon an die Dienstleistungen denken wie die Unterstützung durch die Werkarbeiter bei Aufbau, Strom- und Wasserversorgung. Auch die Polizei wird Spezialaufgaben haben, etwa mit der Sperrung von Strassen. Die Stadt hat da einige Herkules-Aufgaben zu bewältigen. Bis im Frühling werden wir ein Budget erstellen und bei der Stadt bestimmt auch etwas Geld beantragen.

Am Montag wurden im Gemeinderat erste Schätzungen getroffen, wie teuer die Krise Schlieren zu stehen kommen wird. Sind Sie zuversichtlich, dass ein solcher Kredit zu diesem Zeitpunkt durchkommt?

Wild: Wir würden als OK einen schlechten Job machen, wenn der Kredit nicht durchkäme. Wir bemühen uns, den Grossteil der Kosten durch Sponsoring zu decken und den Beitrag für die Stadt gering zu halten.

In früheren Jahren verlangte man von den Vereinen einen Beitrag für einem gemeinnützigen Zweck, etwa für die Sporthalle oder das «Sandbühl». Dachten Sie darüber auch nach?

Wild: Nein, das war kein Thema. Wir machen ein Fest für die Besucherinnen und Besucher und für die Freude. Bei einem Gewinn würden wir sicher grössere Rückstellungen für das nächste «Schliere-Fäscht» machen, als zuletzt. Denn wenn man so ein ideensprudelndes OK im Rücken hat, kostet das Fest bereits im Voraus etwas. Wir haben ja zur Bekanntmachung des Festes 28 000 Päckchen Taschentücher mit Motto und Logo angeschafft. Im Stadthaus kann man diese gratis beziehen.

Sind denn das «Züri-Fäscht» oder die «Badenfahrt» quasi Paten der Idee?

Wild: Nein, wir wollen etwas Eigenes machen. Der Aufwand zum Aufstellen und Abräumen ist nach unserer Meinung einfach zu gross für drei Tage. Also erweitern wir die Plattform und geniessen die zusätzlichen Tage.

Wie wollen Sie das Feuer für das Fest zehn Tage lang am Lodern halten?

Wild: Da ist eine geschickte Programmplanung gefragt. Das Ziel muss sein, dass man immer wieder das Gefühl hat: «Da muss ich dabei sein.»

Kritker sagen, so ein Fest sei in Schlieren schwierig durchzuführen, die Vereine hätten Mühe, ihre Leute zu mobilisieren. Wie sehen Sie das?

Wild: Ich weiss, dass viele Vereine Nachwuchsprobleme haben. Deshalb haben wir den Zugang zum Fest geöffnet: Es können nebst Vereinen auch Parteien, Auswärtige und Gastronomen mitmachen. Die Schlieremer haben aber Vorrang.

Das Fest findet also statt, komme was wolle?

Wild: (lacht) Wenn die Welt bis dahin nicht untergegangen ist, wird das Fest stattfinden.

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