Konzert
AC/DC im Stade de Suisse: Axl Rose rockt sich ins Herz der Fans

Die australische Hard-Rock-Macht AC/DC powerte im ausverkauften Stade de Suisse. Auch Ex-Guns 'n Roses-Sänger Axl Rose konnte als neuer Frontmann überzeugen.

Michael Graber
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Die australischen Hard Rocker begeistern in Bern.
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Axl Rose singt sich ins Herz der Fans.
Das Stade de Suisse ist bis auf den letzten Platz ausverkauft.
AC/DC im Stade de Suisse, Bern

Die australischen Hard Rocker begeistern in Bern.

Keystone

Es sind die zwei Fragen grossen Fragen, die derzeit jedes AC/DC-Konzert begleiten: Kann er singen? Und: Kann er gehen? Gestern Abend im Berner Stade de Suisse lautete die Antwort: Zweimal Ja. Gemeint ist Axl Rose, bekannt von Guns N’Roses und temporärer Sänger der Hardrock-Truppe. Vorgänger Brian Johnson kämpft um das letzte Bisschen seines Gehörs. Und ganz ehrlich: Rose macht Johnson schnell vergessen – trifft, das war bei Johnson längst nicht immer der Fall, auch die höheren Töne. In seinen besten Momenten erinnert Rose sogar ein wenig an den legendären Bon Scott, den Vorgänger seines Vorgängers bei AC/DC.

Wildstampfender Angus

Mittlerweile steht Rose sogar wieder auf seinen eigenen Füssen. Ein Fussbruch hatte den doch eher abgerockten 54-Jährigen zeitweilig in einen Stuhl gezwungen. Etwas, das die Kombination von Rose und AC/DC für viele Fans noch ein wenig surrealer wirken liess. Dabei wird aber oft vergessen, dass AC/DC personell schon einige Wechsel hinter sich haben. Von den Gründungsmitgliedern ist nur noch Angus Young an Bord.

Angus ist dann in seiner blauen Schuluniform auch der klare Bandleader. Sein Gitarrenspiel (auch mal mit ausuferndem Soli) prägt die Australier seit über vier Jahrzehnten. In Bern powert er typisch wildstampfend im strömenden Regen über die Bühne.

Musik im Zentrum

Es ist eine imposante Bühne. Eigentlich ist alles imposant im Stade de Suisse. Die Videoleinwände, die 42 000 Zuschauer und natürlich die Lautstärke. Imposant ist ebenfalls, was da nicht ist: übertriebene Show. Zwar gibt es Einspielerchen, auch mal einen Knalleffekt und natürlich Glockengebimmel, aber das ist dann schon fast alles. Die Plaudereien von Axl sind kurz und langweilig («We came to bring you pain, not rain.») Positiv gedeutelt: Die Musik steht im Zentrum. Und AC/DC feuern in den zwei Stunden einen netten Mix aus ihrem riesigen Repertoire ab, man wähnt sich wieder im Pfadilager und ist irgendwie erfreut, dass die immer noch wie damals klingen.

Die Band hat das Publikum spätestens ab Konzert-Mitte komplett im Griff. Tausendfach funkeln teuer gekaufte Teufelshörnchen im Stadion und es wird eifrig geklatscht, gesungen und gejohlt. AC/DC ist längst eine gut geschmierte Maschine geworden. Die neue Ölung mit Axl Rose hat da keineswegs geschadet.