Am Dienstag nun hat das nationale Boulevardblatt neue Deppen gekürt. Die «Bohr-Deppen im Atomkraftwerk». Gewiss, keine sonderlich schmeichelhafte Auszeichnung, aber ganz offensichtlich die treffendste Kurzversion eines handwerklichen Pfuschs – was doch ab und zu vorkommen soll. Da hört man zuweilen ja die tollsten Geschichten, wie kopflos per Hand zur Sache gegangen wird. Diejenige aus Leibstadt wäre durchaus einen Lacher wert, hätte sie sich an einem etwas weniger sensiblen Ort zugetragen.

Es ist zum Heulen: Wir bauen sichere Kernkraftwerke. Wir wenden viel Energie für deren Sicherheit auf. Und wir stellen sie nicht in überflutungsgefährdete Küstennähe hin (höchstens unterhalb eines Stausees). Doch weder in Fukushima noch in Mühleberg ist bis jetzt jemand auf die Idee gekommen, Löcher in eine Schutzwand des Reaktors zu bohren. Den Bohrwütigen könnte man allerdings zugutehalten, dass sie katastrophenmildernde Feuerlöscher montieren wollten. (te)