Schöne Illusion

Lippen gehören nicht öffentlich nachgezogen

Rote Lippen machen nur in der Illusion Sinn!

Rote Lippen machen nur in der Illusion Sinn!

Liebe Frauen, Sie wissen, wie Männer sind, wissen, wie wir uns nur zu gerne von Ihnen täuschen lassen. Aber lasst es sein, Euch öffentlich die Lippen nachzuziehen, denn die gewünschte Täuschung löst sich dann sofort in Luft auf.

Liebe Frauen, Sie wissen, wie Männer sind, wissen, wie wir uns nur zu gerne von Ihnen täuschen lassen. Wir glauben an ewig blondes Haar, zentimeterlange Wimpern, edlen blassen Teint, vollendete Rundungen – an alles. Sie sind in diesem Spiel der Täuschungen die Weltmeisterinnen. Schön, recht und gut. Doch bei aller federleichten Spielerei sollte der Täuschung mit einem gewissen Ernst begegnet werden. Gar schnell ist sie leichtfertig verspielt.

So gibt es nichts Desillusionierenderes, als zu sehen, wie sich eine Frau öffentlich die Lippen nachzieht. Es geht gar nicht so sehr darum, ob es störend ist, neben einer ihr Äusseres ausbessernden Frau im Tram zu sitzen. Sondern es geht ganz einfach darum, dass sich die gewünschte Täuschung sofort in Luft auflöst.

Würde sich Velázquez’ «Venus vor dem Spiegel» die Lippen nachziehen, erhielte dieses Bild eine wortwörtlich enttäuschende Banalität. Würde Mona Lisa es tun, verlöre sie ihre tausend Geheimnisse, könnte sich mit Miley Cyrus anfreunden.

Das Leben ist schon profan genug. Rote Lippen machen nur in der Illusion Sinn. Wenn überhaupt!

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