Pizza-Tour

Die Ruhe nach dem Sturm

Impressionen aus Goleto-1

Impressionen aus Goleto-1

«Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben», sagt man. Aber manchmal kann ein schöner Abend einen nicht so tollen Tag retten. So wie heute. Für den versöhnenden Abschluss sorgte die geschmackvoll subtil restaurierte Abbazia del Goleto.

Freitag, 17. August. Begonnen hat der heutige zweite Rückreisetag relativ hart aber schön. Damit es sich die daheimgebliebenen Sportsfreunde vorstellen können: Nach dem Frühstück im Schenkenbergerhof in Thalheim direkt auf die Staffelegg. So erlebten wir den heutigen Etappenstart: Ähnlich schön wie im Aargauer Jura, und ähnlich steil, wie wenn man die Staffelegg auf der linken Talseite hochfährt. Der genussvollen Abfahrt folgte die lange Strecke dem Fiume Ofanto entlang, zuerst attraktiv und schattig, dann immer heisser und öder, mit immer mehr Lastwagen, die meistens irgendwelche landwirtschaftliche Güter geladen hatten. Das muss selbstverständlich auch sein, aber beim Velofahren «nervt» das mit der Zeit. Immerhin darf man den hiesigen Lastwagenchauffeuren zu Gute halten, dass sie mit uns Velofahrern rücksichtsvoll umgehen. Sie kündigen sich meistens mit einem kurzen Hupzeichen an und überholen erst, wenn sie Platz haben und stets mit gebührendem Abstand.

So geht es Kilometer um Kilometer, stets ganz leicht bergan. Lange Kilometer. Die letzten paar Kilometer nach Goleto gehen dann zum Glück nur noch bergan.

Der stille Charme alter Mauern

Nach einer ausgiebigen Siesta im Hotel Goleto wollen wir uns gegen Abend ein wenig die Füsse vertreten und der nahen Abbazia del Goleto einen Besuch abstatten. Welch ein Erlebnis! Die einst bedeutende Abtei aus dem 12. Jahrhundert mit je einem Frauen- und Männerkloster erlebte zwar zuerst einen «internen» Niedergang und dann zwei verheerende Erdbeben, das letzte 1980. Dann wurde es aber äusserst gekonnt und geschmackvoll restauriert und beherbergt in einem Seitenflügel heute wieder eine Gruppe von Mönchen.

Der grösste Teil der Anlage ist frei zugänglich. Er ist nur partiell wieder aufgebaut und alles Neue ist als solches erkennbar. Im Innern strahlt dieser Gebäude-Ruinen-Komplex, diese ganze Kombination aus Mauern, Steinen und Formen, eine unwahrscheinliche Ruhe und Harmonie aus. Es ist ein Ambiente, das «berührt» und beruhigt, auch wenn man sich, wie wir, nicht gerade zu den «Weihwasserfröschen» zählt.

Die Abbazia del Goleto kann übrigens kostenlos besichtigt werden. Das Einzige, das man als Besucher beizutragen hat, ist Silencium. Das spendet man nach so einem Tag gern.

Die Statistik zum Tourtag R2: Melfi - Goleto, 61 km, 607 Hm.

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