«Digital Immigrants»

Wir Freunde im Stau

Nicht aufregen: Staus können auch sinnvoll genutzt werden.

Nicht aufregen: Staus können auch sinnvoll genutzt werden.

Stau hat auch seine guten Seiten: Kollabiert der reale Verkehr, flutscht der digitale umso mehr.

Was haben doch Staus für gute Seiten! Sie glauben es nicht? Doch, doch, ich haben seit Donnerstag 37 vergessene Bekanntschaften aufgefrischt und acht neue Freunde gefunden. Das ist doch grossartig! Seit Tagen komme ich kaum mehr dazu, meine einströmenden Mails zeitnah abzubauen. Dank eines sich querstellenden Lastwagens bin ich endlich wieder à jour und habe neue Freunde.

Was sich zuerst als riesiges Ärgernis anbahnte, als ich auf der A1 zwischen Zürich und Bern in den Megastau geriet, entpuppte sich als ideale Auszeit, die herrlich effizient war. Während der reale Verkehr grossräumig kollabierte und weder auf der Autobahn noch auf den Nebenstrassen was rollte, nutzte ich die Zeit zum effizienten Arbeiten. Ok, ok, also so halb effizient, wie wir «Digital Immigrants» so sind.

Auf jeden Fall durchwühlte ich meine Facebook-, Xing- und LinkedIn-Accounts, wischte in den Vorschlägen hin und her und wunderte mich, wen ich da so alles kenne oder kennen sollte. Beschwingt versendete ich grosszügig Einladungen und stellte erstaunt fest: Ich bekam sofort Antwort! Normalerweise passiert das ja nicht, sondern man wartet mindestens 24 Stunden auf eine Antwort.

Das liess nur auf eines schliessen: Nicht nur ich sitze im Stau und surfe, sondern Hunderttausende andere auch. Kollabiert der reale Verkehr, flutscht der digitale umso mehr. Soll ich jetzt sagen, Service public sei Dank? Na, lassen wir das mal.

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