Man stelle sich vor, 250 Gramm Butter würden von einem auf den anderen Tag nicht mehr rund 2.70 Franken, sondern 13.50 Franken kosten. Es wäre wohl weniger Unmut die Folge als ein Sturm der Entrüstung. Nun wird man für ein Stück Butter häufiger zur Kasse gebeten, als für den Erwerb einer Tagesparkkarte. So ist es vielen Betroffenen – darunter einige für gewöhnlich gut Informierte – entgangen, welches Ei ihnen da die Stadt im November 2016 mit der Totalrevision der Parkierverordnung ins Nest gelegt hatte.

Nun blasen einige Anwohner der Staffelackerstrasse verspätet zum Sturm auf nämliche Verordnung – auch aus dem Gefühl heraus, von ihren Lokalpolitikern im Stich gelassen worden zu sein. Ganz offensichtlich haben auch diese die Brisanz der fünfmal höheren Gebühr nicht erkannt oder das Thema schlicht verschlafen. Sogar als ein Jahr später im November 2017 Gemeinderat Ernst Joss das Murren aus der Bevölkerung im Parlament zu Gehör brachte, blieb es ruhig im Rat.

Es mag schon sein, dass die neue Gebühr auf Ortsfremde abzielt, welche die Blauen Zonen mit Billig-Tageskarten elf Stunden lang vollparkieren. Wirklich treffen tut sie aber die Dietikerinnen und Dietiker. Man stelle sich etwa einen Geburtstagsbesuch der drei Kinder vor, auch Schwester und Onkel wollen auf ein Stück Torte vorbeischauen. Macht 50 Franken an Tagesparkkarten-Gebühren für das Geburtstagskind für nur ein paar Stunden volles Haus. Da vergeht die Lust am Feiern.

Ein Mittel der Wahl wäre nun, für die Gäste der Anwohner eine ausreichende Anzahl von Besucherparkplätzen auszuweisen beziehungsweise die Liegenschaftsbesitzer dazu zu verpflichten – ohne das gleich wieder durch eine Reihe von Ausnahmen zu konterkarieren oder den Besitzern gar die Möglichkeit zu geben, sich von der Verpflichtung freizukaufen. Das andere, schneller umsetzbare Mittel: einen Fehler auch einmal rasch zu revidieren und wieder die alten günstigen Gästeparkkarten zu offerieren. Gerade in einem Wahljahr.