Die Alters- und Pflegeheimquote ist im Kanton Zürich hoch: Von 100 Personen über 80 Jahren leben 18 in einer Pflegeinstitution. Das sind 8 mehr als der Schweizer Durchschnitt. Dazu trägt vor allem die Tatsache bei, dass hier mehr als ein Drittel der Personen, die ein Pflegebett belegen, überhaupt nicht oder nur leicht pflegebedürftig sind.

Für die Gemeinden ist das nicht ideal. Denn bereits heute ächzen sie unter den hohen und steigenden Pflegekosten. Dazu kommt, dass die Zahl der Betagten in den nächsten Jahren noch zunehmen wird. Rund 9600 zusätzliche Pflegebetten bräuchte es im Kanton bis 2035, wenn die Quote der Eintritte in Pflegeheime gleich bliebe wie heute. Wenn mehr Senioren zu Hause betreut werden, könnte die Zahl auf 3000 zusätzliche Betten gesenkt werden.

Dass diesbezüglich der Ausbau der ambulanten Pflege nun als Lösung angepriesen wird, ergibt durchaus Sinn. Doch darf nicht vergessen werden, dass es mehr als medizinische Leistungen braucht. Denn viele der nicht pflegebedürftigen Personen in Pflegeheimen suchen etwas anderes: Gemeinschaft, Gesellschaft, Sicherheit, Unterstützung. Das Gefühl, nicht alleine zu sein. Für sie braucht es aufsuchende Angebote: Hilfe im Haushalt, Besuche, Gespräche, aber auch die Entlastung von betreuenden Angehörigen. Zudem sollten sich die Gemeinden überlegen, wie sie innovative Wohnformen wie Alters-WGs oder generationenübergreifende Wohnprojekte fördern können. Damit sparen sie letztlich nicht nur Geld in der Pflege, sondern tragen auch zur Lebensqualität in ihrer Gemeinde bei.