Sie sind ein hässliches Symptom unserer Überflussgesellschaft: die Berge von Esswaren, die tagtäglich im Müll landen, entweder, weil man schon wieder das Ablaufdatum verschlafen hat oder weil die Portion im Restaurant einfach zu gross für den Magen war.

Es ist an sich schon pervers genug, dass die Bewohner reicher Länder, die 7 Prozent ihres Einkommens für Essen ausgeben, 30 Prozent davon wegschmeissen – in Entwicklungsländern sind es 70 und 3 Prozent. Es ist aber auch aus rein egoistischen Motiven ganz schön dumm, Essen zu vergeuden. Über 2000 Franken sind es, die ein Vierpersonenhaushalt gemäss Bundesamt für Statistik jährlich an Essen wegwirft. Auch wer im Restaurant immer wieder zu viel bestellt, dürfte unnötigerweise schon beträchtliche Summen ausgegeben haben.

Es ist erfreulich, dass das Bewusstsein für das Problem in der Gastronomie wächst. Dass die Hotellerie Suisse Foodwaste-Lehrprogramme anbietet, dass neue Software Restaurants aufzeigt, wo die Verschwendung verhindert werden kann. Doch am Ende sind es vor allem wir als Konsumenten, die in der Pflicht stehen, um der sinnlosen Verschwendung Einhalt zu gebieten – nicht nur zu Hause, wo in der Schweiz der Löwenanteil davon anfällt, sondern auch auswärts.

Im Gastronomiebereich geht nämlich nur ein Bruchteil des Lebensmittelabfalls auf das Konto von Einkauf und Zubereitung. Es sind viel mehr die halb voll retournierten Teller, die ins Gewicht fallen. Also: Nur bestellen, was man auch essen mag. Und im Zweifelsfall lieber nachfragen, ob der Koch hier mit der grossen oder der kleinen Kelle anrichtet.