Als das Dietiker Stadtparlament 2011 eine Motion überwies, die die Ausarbeitung eines städtischen Gesamtverkehrskonzepts verlangte, wehrte sich der Stadtrat vehement gegen diese Forderung. Das Konzept sei unnötig und falle nicht in den Kompetenzbereich der Stadt, sondern des Kantons, argumentierte er.

Vier Jahre später widerlegt die Stadt ihre damalige Argumentation gleich selbst: Gestern stellte sie ein umfassendes Konzept vor, das die städtische Verkehrspolitik für die nächsten 15 bis 20 Jahre festlegt. Die Anzahl der darin definierten Massnahmen für den Autoverkehr, den öV und den Langsamverkehr zeigt: Ein solches Konzept ist sehr wohl nötig. Und auch wenn viele Verkehrsprobleme nicht ohne den Kanton und überkommunale Grossprojekte wie den Ausbau der Überlandstrasse gelöst werden können, bleiben der Stadt Handlungsspielräume bei der Lenkung des innerstädtischen Verkehrs.

Es ist erfreulich, dass Dietikon diese Spielräume mit dem Gesamtverkehrskonzept nun ausnutzt. Nicht im Alleingang, sondern in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton. Und was noch wichtiger ist: unter Einbezug von Parteien, Verbänden und der Bevölkerung.