Die Kandidatur eines fristlos aus dem Amt Entlassenen gegen den noch Strafverfahren laufen, einen Überraschungskandidaten in letzter Sekunde, einen Kandidaten-Vater, der als Stellvertreter im möglichen künftigen Amt des Sohnes waltet, Befangenheitsvorwürfe, Kaffeebecher mit Wahlparolen, einen angekündigten Wahlkampfsong, verschmierte Wahlplakate, Zweifel am Wohnort eines Kandidaten und nun also der Vorwurf gegen einen Wahlkämpfer, Unwahrheiten zu verbreiten. Jede Facette für sich genommen ist schon ungewöhnlich genug, aber bei der Wahl des nächsten Statthalters des Bezirks Dietikon gibt es wirklich die geballte Ladung. Wie amüsant.

Ganz im Gegenteil. Denn das Theater steht in diametralem Gegensatz zu den Aufgaben des Amts, bei dem es um Fragen des Strafrechts geht, um Verkehrsunfälle, die Aufsicht über Polizei und Feuerwehr und um Entscheidungen in Fällen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden. Vor allem Letztere bedeuten häufig massive Eingriffe in die Schicksale von Menschen. Gebraucht wird dafür eine honorable Persönlichkeit, die mehr mitbringt als juristische Abschlüsse.

Vertrauenswürdig muss sie sein, mit der richtigen Mischung aus Nüchternheit und Empathie ausgestattet, souverän in ihren Entscheidungen wie in ihrem Amtsverständnis. Die Wahlkampfburleske spricht diesen Amtsanforderungen Hohn. Es ist zu befürchten, dass es bis zum 12. Februar so weitergehen wird. Dann soll endlich Ruhe einkehren im Statthalteramt. Noch kann man nicht recht daran glauben.