Der Abstimmungskampf zwischen dem Urdorfer Gemeinderat und allen anderen Behörden der Limeco-Trägergemeinden zeugte von verhärteten Fronten. Man stritt sich nicht nur darüber, was die beste Interpretation der Fakten ist, sondern auch darüber, was überhaupt die Fakten sind. Doch jetzt hat das Volk eine unmissverständliche Sprache gesprochen.

Mit dem Ja zum Kauf des Coop-Areals durch die Limeco wird der Weg frei, damit die Limmattaler Abfallentsorgung auch künftig in Limmattaler Händen bleibt. Dass das Volk diese Unabhängigkeit bewahren will, war zu erwarten und ist zu begrüssen. Unabhängigkeit ist nicht nur aus Prinzip gut, sondern auch fürs Portemonnaie. Ohne eigene Kehrichtverwertung wäre das Limmattal bald von den Betreibern anderer Kehrichtverwertungsanlagen im Kanton Zürich abhängig, die die Preise diktieren könnten. Das kann nicht im Interesse eines selbstständigen und unabhängigen Limmattals sein.

 Bei der weiteren Planung der neuen Kehrichtverwertungsanlage, die bis etwa 2035 in Betrieb genommen werden soll, ist nun darauf zu hoffen, dass die Funktionsweise des Abfallmarkts allen Beteiligten klar wird. Nur wenn sich die Limeco – so stark wie unter den kantonalen Regulierungen möglich – an marktwirtschaftlichen Gesetzen orientiert, ist der effiziente Betrieb einer Limmattaler Kehrichtverwertungsanlage und damit auch ihre Unabhängigkeit weiter garantiert. Denn wer sich im Markt der Grossen klein macht, wird früher oder später abhängig oder ganz untergehen – trotz neuer Anlage.