Jetzt liegen die Sparpläne des Regierungsrats auf dem Tisch: 125 Massnahmen sollen die Kantonskasse bis 2020 um 1,8 Milliarden Franken entlasten. Das klingt nach viel. Doch wie viel davon am Schluss auch umgesetzt wird, ist fraglich. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen: Die Finanzprognosen des Regierungsrats wichen schon öfter massiv von dem ab, was nach Abschluss der Jahresrechnung tatsächlich in der Kasse war. Schon daher ist die nun aufgegleiste Leistungsüberprüfung mit Vorbehalt zu betrachten. Wenn die finanzielle Realität weniger dramatisch wird als in den Finanzplänen des Regierungsrats prognostiziert, kann sich ein Teil der Sparpläne erübrigen. Es wäre nicht das erste Mal. Zum anderen: Der Kantonsrat und das Volk haben bei der Umsetzung der Sparpläne noch ein paar Wörtchen mitzureden. Ob beispielsweise die geplanten Abstriche bei der Krankenkassen-Prämienverbilligung beim Volk mehrheitsfähig sind, ist zu bezweifeln.

Dennoch: Insgesamt ergibt die Leistungsüberprüfung 16 (Lü 16) Sinn. Der Regierungsrat hat sich redlich bemüht, über die Bücher zu gehen, sämtliche Bereiche zu überprüfen und Möglichkeiten zur Verbesserung der Kantonsfinanzen zu orten. Fast ohne Scheuklappen: Nur eine Erhöhung des Steuerfusses schloss er aus. Das Resultat zeigt: Es gibt durchaus vertretbares Sparpotenzial, etwa durch Synergien beim Beschaffungswesen für die Kantonspolizei. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie viele der 125 Massnahmen umsetzbar sind – und ob die Geldnot tatsächlich so gross ist, wie zu Beginn von Lü 16 angenommen wurde.