Die Oetwiler Stimmberechtigten werden nicht wie geplant am 25. September über die neue Bau- und Zonenordnung (BZO) und damit über die Einzonung des Gebiets Bonächer abstimmen. Der Gemeinderat verzichtet auf die Durchführung der ausserordentlichen Gemeindeversammlung. Der Grund: Er befürchtet, dass die Einzonung des 3,5 Hektaren grossen Areals am westlichen Ende des Dorfs abgelehnt wird. Denn neben einem überparteilichen Komitee und der SVP Oetwil spricht sich auch die Rechnungsprüfungskommission dagegen aus. Die Versammlung wird nun laut Gemeindepräsidentin Rahel von Planta (FDP) um womöglich zwei bis drei Jahre vertagt. In dieser Zeit will der Gemeinderat der Bevölkerung konkret darlegen, wie eine künftige Überbauung auf dem Areal aussehen könnte.

Die Einsicht des Gemeinderats kommt reichlich spät. Es ist verständlich, dass der Bonächer als letzte grosse Landreserve der Gemeinde für die Siedlungsentwicklung von Oetwil von entscheidender Bedeutung ist. Allerdings ist es heikel, dass der Gemeinderat so kurz vor der Abstimmung einen Rückzieher macht, weil er sich keine Chance auf Erfolg ausrechnet.

Der Ärger der Einzonungsgegner ist angesichts dieses Vorgehens verständlich. Eine bessere Informationspolitik hätte bei so einem wichtigen Geschäft vom Gemeinderat früher verfolgt werden müssen. Es ist zu hoffen, dass er nun seinem Versprechen, die Einwohner mittels Informationsveranstaltungen auf dem Laufenden zu halten, nachkommen wird.