Die Uitiker Bevölkerung will schneller mit dem öV nach Schlieren gelangen: Das brachte sie gestern, wenn auch knapp, mit ihrem Ja zur Ortsbus-Verlängerung zum Ausdruck. Sie sagt damit auch: Das wollen wir uns leisten. Denn das einzige Argument, das gegen eine bessere Anbindung ans Limmattal ins Feld geführt werden konnte, waren die Kosten. Natürlich sind knapp 600 000 Franken für jedes der vier Testbetriebsjahre nicht nichts. Doch Uitikon ist ungeachtet des kürzlichen Steuerfuss-Anstiegs eine der reichsten und für Reiche attraktivsten Gemeinden des Kantons. Und die bisherige Anbindung an das Tal, das mit dem Auto in wenigen Minuten erreichbar ist, ist einer solchen schlicht nicht würdig.

Kommt hinzu, dass Uitikon noch längst nicht fertig gebaut ist. Die Bevölkerung wird in den nächsten Jahren unter anderem im Quartier Leuen Waldegg wachsen. Und mit mehr Bewohnern steigt das Mobilitätsbedürfnis. Wenn ein Teil davon mit öffentlichen Verkehrsmitteln abgedeckt werden kann, werden die Strassen entlastet, die auf der Strecke Schlieren-Uitikon schon heute stark frequentiert sind. Diese Rechnung geht aber nur auf, wenn die öV auch funktionieren. Routen mit mehrfachem Umsteigen und langen Wartezeiten laden nicht gerade dazu ein, aufs Auto zu verzichten.

Uitikon hat mit seinem Ja darüber hinaus gezeigt, dass es sich nicht nur als Vorort der grossen Stadt versteht. Träfe das Klischee der abgeschotteten und nur nach Zürich orientierten Uitiker tatsächlich zu, wären sie kaum gewillt, eigenes Gemeindegeld für eine bessere Anbindung ans Limmattal aufzuwenden.

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