Inmitten des Getümmels am Bahnhof Olten sah ich ihn: den berühmten Schweizer Musiker mit den strahlend blauen Augen und den braunen, lockigen Haaren. Mühsam erkämpfte ich mir einen Weg durch das abendliche Gedränge auf dem Perron – meine Augen suchend nach dem mir bekannten Gesicht. Doch war dieser junge, gutaussehende Mann wirklich derjenige, für den ich ihn hielt?
Ich zweifelte einen kurzen Moment an meinem Verdacht, denn ich kannte den Künstler nur aus den Medien. Als ich versuchte, mich auf der Treppe durch die Menge hindurchzuschieben, lief er plötzlich neben mir. Vorsichtig blickte ich zu ihm hinüber. Einmal. Zweimal. Meine Vermutung liess mich nicht los – er musste es sein! Also packte ich meinen ganzen Mut zusammen und fragte ihn leise und unauffällig: «Bisches würkli Du? De vo Lo & Leduc?» Der junge Mann lachte und bestätigte mir seine Annahme: «Ja, de bini.» Er werde sicher öfter in der Öffentlichkeit von fremden Personen angesprochen, entgegnete ich ihm. «Ja, aber so wies du machsch, isch ganz guet», antwortete mir Luc Oggier mit einem Lächeln.

Als ich dem Gedränge am Bahnhof mühsam entkommen war, setzte ich
mich erleichtert in ein Zugabteil Richtung Baden. Wie es der Zufall so wollte, sass mir Leduc direkt gegenüber. Na ja, es kann auch sein, dass ich dem Zufall ein wenig nachhalf. Während sich der Zug mit einem Ruck in Bewegung setzte, schaute ich aus dem Fenster. Pendeln kann ganz schön abenteuerlich sein. Jetzt brauche ich nur noch die Nummer von Leduc – 079 het er gseid …