Dass die Geissweid weiterhin ein öffentlicher Platz bleiben soll, ist schon lange vorgesehen. Gefestigt wurde dies im Stadtentwicklungskonzept II vom vergangenen Jahr. An verschiedenen öffentlichen Workshops wurden städtische Freiräume gar explizit von der Bevölkerung gewünscht.

Mit seinem Nein zum stadträtlichen Projekt für einen kleinen Stadtwald auf der Geissweid brachte das Gemeindeparlament diese Pläne durcheinander. Der Vorschlag einer Wohnüberbauung auf einem Teil des Platzes liegt seither auf dem Tisch der Exekutive. Ein Komitee aus SP, Grünen und Grünliberalen will das Geschäft mittels einer Initiative vors Volk bringen.

 Und genau da gehört dieses auch hin. Die Schlieremer interessiert es, wie sich ihre Stadt in den kommenden Jahrzehnten entwickelt. Dies sieht man nicht nur anhand der regen Teilnahme an den Workshops, man liest es auch in den Kommentarspalten und hört es auf der Strasse. Die Leute wollen mitreden, mitbestimmen und gehört werden. Dass der Gemeinderat nun plötzlich eine Überbauung einem grünen Platz vorzieht, ist deshalb politisch heikel, fand die Zentrumsplanung mit einer unbebauten Geissweid doch an den Workshops breite Abstützung.

Es ist aber auch möglich, dass die Befürworter eines Wohnbaus an den Veranstaltungen abwesend oder zu leise waren. Klarheit darüber, wer in der Mehrheit ist, schafft nur eine Volksbefragung – in Form einer Initiative. So können die Schlieremer selbst bestimmen, wie sie künftig den Geissweidplatz nutzen wollen – entweder als öffentlichen Platz oder zum Wohnen.