Aus Patientensicht ist es zu begrüssen: Ab 1. Januar 2018 soll es im Kanton Zürich unter der Telefonnummer 0800 33 66 55 eine zentrale Anlaufstelle für medizinische Notfallhilfe in nicht lebensbedrohenden Situationen geben. Sie wird, wenn der eigene Arzt oder die nächste Apotheke geschlossen hat, an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung stehen. So lautet der Plan, der mehrheitsfähig sein dürfte, wenn der Kantonsrat voraussichtlich am 18. Dezember definitiv darüber entscheidet.

Allerdings hat die Sache einen unschönen Beigeschmack: Die Lösung kam zustande, indem die Ärztegesellschaft des Kantons Zürich, die die neue Triagestelle betreiben soll, sich praktisch eine Monopolstellung geschaffen hat. Der Regierungsrat verzichtete daher auf die ansonsten bei öffentlichen Aufträgen übliche Ausschreibung. Freie Marktwirtschaft sähe anders aus. Dennoch: Die Lösung ist vertretbar – nicht nur, weil sie für Patienten praktisch ist. Sie könnte auch dazu beitragen, die Gesundheitskosten zu senken.

Nämlich dann, wenn der Plan aufgeht, dass künftig weniger Patienten wegen Bagatellfällen den teuren Notfalldienst des nächsten Spitals aufsuchen. Dann würde sich der Preis von jährlich 7,3 Millionen Franken auszahlen, den Kanton und Gemeinden für die neue Triagestelle hinblättern müssen. Damit der unschöne Beigeschmack verfliegt, muss jedoch der Kanton das Preis-Leistungs-Verhältnis für die neue Triagestelle genau unter die Lupe nehmen, wenn die Pilotphase in fünf Jahren abläuft.