Es ist schon 14 Jahre her: Im Juli 2002 wird das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs für den Erweiterungsbau des Landesmuseums präsentiert. Emanuel Christ und Christoph Gantenbein, zwei damals noch unbekannte junge Basler Architekten, gewinnen mit einem Entwurf, der sogleich Widerstand hervorruft: Der Heimatschutz sorgt sich um den Platzspitz. Später gesellt sich auch Christoph Mörgeli, damals noch SVP-Nationalrat, in die Reihen der Kritiker. Es ist wie so oft, wenn Neues entstehen soll: Viele haben Angst davor. Der historische Park würde durch den Erweiterungsbau zerstört, heisst es.

14 Jahre und zwei Volksabstimmungen später steht der Erweiterungsbau von Christ und Gantenbein. Und es ist wie ein Wunder – respektive wie von den Verfechtern des Neubaus längst vorausgesagt: Vom Platzspitz aus betrachtet fällt der Bau gar nicht gross auf. Zwar sind seine Betonmauern hoch. Doch vom Park aus gesehen verschwinden sie fast hinter den Bäumen, die vor dem Museumsbau stehen. Nur, wer sich nahe vor das Museum stellt, sieht, was für einen voluminösen Bau Christ und Gantenbein da hingestellt haben. Einen Bau, der den Märchenschloss-Charakter des Altbaus verspielt durch einen burgmauerartigen Anbau ergänzt.

Fazit: Der Platzspitz und der neue Museumsbau harmonieren. Und in Zürich ist entstanden, was viele fast nicht mehr für möglich hielten: ein grosser architektonischer Wurf. Am Nationalfeiertag wird der Bau eröffnet. Die Schweiz macht sich damit ein schönes Geburtstagsgeschenk.

Kontakt: matthias.scharrer@azmedien.ch