Rund 55 Prozent der Stimmberechtigten sprechen sich gegen einen Ortsbus aus, der die Schlieremer Aussenquartiere mit dem Zentrum hätte verbinden sollen. Die hohen Kosten waren das Hauptargument der Gegnerschaft dieser Vorlage. Das Ergebnis ist denkbar knapp in Anbetracht dessen, dass sich der Stadtrat wie auch das Gemeindeparlament gegen die Vorlage ausgesprochen haben. Zudem fassten ausser der SP/Grüne- und CVP/EVP-Fraktion alle Parteien die Nein-Parole. Dies zeigt: Die Ortsbus-Initiative hat einen Nerv getroffen. Fast die Hälfte der Schlieremer wollen, dass das Sandbühl und der Schlieremerberg per öV mit dem Bahnhof verbunden werden und sind auch dazu bereit, sich dies etwas kosten zu lassen. Auch Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin sagt, dass das Thema noch nicht vom Tisch ist.

Der Ortsbus erhält womöglich bald eine neue Chance: So stimmen die Uitiker im kommenden September über eine Ortsbus-Verbindung an den Schlieremer Bahnhof ab. Der mit diesem Geschäft betraute Gemeinderat Patrik Wolf betonte mehrmals, dass seinerseits eine Zusammenarbeit mit Schlieren wünschenswert sei. Dass die Uitiker Ortsbuslinie dereinst eine Schlaufe durch die Schlieremer Aussenquartiere fährt, ist also aus heutiger Sicht denkbar.

Sagen die Uitiker im September Ja, befindet sich der Schlieremer Stadtrat in einer äusserst komfortablen Lage. Spannen die beiden Nachbarn nämlich zusammen, senken sich einerseits die Kosten für beide Gemeinden, und andererseits könnte der Stadtrat rund 45 Prozent der Stimmberechtigten einen Wunsch erfüllen. Es zeichnet sich also eine Win-win-Situation ab.